Warnlage Europa
Achtunddreißig nationale Wetterdienste veröffentlichen ihre Unwetterwarnungen über MeteoAlarm, den gemeinsamen Kanal der europäischen Wetterdienste. Diese Seite zählt sie — nach Land, nach Gefahrenart, nach Stufe — und legt jede Zählung ins eigene Archiv. So wird über die Wochen sichtbar, wie die Warntätigkeit über Europa wandert.
Das hier ist kein Warndienst
Die Zahlen stammen aus einem Schnappschuss, der bis zu sechs Stunden alt sein kann. Warnungen entstehen und laufen binnen Stunden ab. Ob für dich gerade jetzt eine Warnung gilt, beantwortet diese Seite nicht — dafür gibt es den Deutschen Wetterdienst und die anderen nationalen Dienste, und auf der Startseite stehen die deutschen Warnungen live.
Was diese Seite kann: zeigen, wie viel gerade gewarnt wird, wovor und wo — und wie sich das über die Zeit ändert.
Sechs Wochen Warnlage: was das Archiv zeigt, was ein Stand nicht zeigen kann
Alle sechs Stunden legt der Schnappschuss die Zählung für alle 38 Länder ab. Bis zum 11.09.2026 wurde dieses Archiv nur angezeigt, nie ausgewertet. Hier steht, was es hergibt — und je Land ausschließlich Größen, die vom Zuschnitt der Warngebiete unabhängig sind.
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Warum man die Länder nicht direkt vergleichen darf
Österreich meldet regelmäßig vierstellige Zahlen, Frankreich zweistellige. Das liegt nicht am Wetter, sondern am Zuschnitt der Warngebiete: Wer sein Land in viele kleine Bezirke teilt, veröffentlicht für dieselbe Gewitterlage entsprechend viele Warnungen — wer in wenige große Regionen teilt, entsprechend wenige.
- Sinnvoll ist der Vergleich eines Landes mit sich selbst über die Zeit. Da bleibt der Zuschnitt gleich, und ein Anstieg bedeutet wirklich mehr Warnungen.
- Sinnvoll ist auch die europaweite Summe je Gefahrenart: Über 38 Länder mitteln sich die unterschiedlichen Zuschnitte weitgehend heraus.
- Nicht sinnvoll ist die Frage, wo das Wetter „am schlimmsten" ist. Dafür müsste man Fläche, Bevölkerung und Warnschwellen der Dienste gegenrechnen — und die Schwellen sind von Land zu Land verschieden.
Wie gezählt wird
- Grün zählt nicht als Warnung. MeteoAlarm kennt vier Stufen; Stufe 1 (grün) bedeutet ausdrücklich, dass keine besondere Aufmerksamkeit nötig ist. Diese Einträge werden getrennt geführt. Sie mitzuzählen würde die Zahlen im Median knapp verdoppeln und in ruhigen Phasen mehr als verdreifachen: In den 164 Ständen vom 31.07. bis 28.09.2026 kamen auf 100 Warnungen zwischen 54 und 301 grüne Einträge, im Median 94; die höchsten Anteile fielen durchweg in Stände mit weniger als tausend Warnungen. Was es im gerade angezeigten Stand ausmachen würde, steht oben bei dessen Zahlen. An dieser Stelle stand bis zum 30.09.2026 „um etwa ein Drittel aufblasen“ — das hat in keinem einzigen gespeicherten Stand gestimmt.
- Die Warnart kommt aus der Quelle, nicht von uns. MeteoAlarm vergibt zu
jeder Warnung eine standardisierte Kennung (
awareness_type) — dieselbe Zahl für Gewitter, ob sie aus Portugal oder Estland kommt. Nur deshalb ist die europaweite Summe überhaupt zulässig. - Wir holen die Daten serverseitig. Die MeteoAlarm-Feeds senden keinen
Access-Control-Allow-Origin-Header; ein Abruf direkt aus deinem Browser würde scheitern. Der Schnappschuss-Bot holt sie deshalb und legt eine Zählung unter /data/ ab, die diese Seite dann von der eigenen Adresse liest. Deine Koordinaten gehen dabei nirgendwohin — es ist dieselbe Datei für alle. - Aus 50 MB werden 6 KB. Die Rohfeeds aller Länder sind zusammen rund 50 MB. Gespeichert werden nur die Zählungen — der volle Warntext wäre für eine Statistik nutzlos und würde das Archiv in Tagen sprengen.
- Fehlende Länder werden genannt. Antwortet ein Dienst nicht, steht das unter dem Diagramm. Eine stille Lücke wäre schlimmer als eine sichtbare.
Quellen und Weiterlesen
Daten: MeteoAlarm (EUMETNET), Lizenz CC BY 4.0. MeteoAlarm bündelt die amtlichen Warnungen der nationalen Wetterdienste; die Verantwortung für jede einzelne Warnung liegt beim jeweiligen Dienst. Kein Zugangsschlüssel, keine Anmeldung.
Die deutschen Warnungen stehen live auf der Startseite; die amtlichen Schwellenwerte des DWD sind unter Wetterlagen für fünfzehn Wetterlagen einzeln aufgeschlüsselt. Wie das Archiv aufgebaut ist, erklärt Daten nutzen.