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Wetterlagen · Glätte & Schnee Wie Schnee entsteht, warum er so unterschiedlich viel Wasser enthält und was eine Schneedecke ausmacht, erklärt Schnee; ob es unten als Schnee oder als Regen ankommt, Schneefallgrenze.

Glätte & Schnee

Winterliche Glätte reicht vom harmlosen Reif bis zum lebensgefährlichen Glatteis durch gefrierenden Regen — und Schnee vom Flöckchen bis zur meterhohen Verwehung. Diese Seite trennt die Begriffe sauber, zeigt die amtlichen DWD-Stufen mit den echten Schwellen und sagt — im Geist der ganzen Seite — ehrlich, warum gerade Glatteis so schwer punktgenau vorherzusagen ist.

Die vier Arten winterlicher Glätte — sauber getrennt

„Glätte“ ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedlich gefährliche Phänomene. Wer sie verwechselt, unterschätzt die gefährlichste. Der Reihe nach:

Reif
Wasserdampf gefriert direkt zu feinen Eiskristallen auf kalten Oberflächen — die dünne weiße Schicht auf Autoscheiben und Wiesen an klaren Morgen. Auf Gehwegen und Fahrbahnen kann er punktuell glatt machen.
Überfrierende Nässe
Vorhandene Nässe (Regen, Schmelzwasser) gefriert, wenn die Temperatur unter null sinkt — die Fahrbahn sieht nur nass aus, ist aber vereist. Tückisch, weil kaum erkennbar.
Gefrierender Regen / Glatteis
Unterkühlter Regen fällt und gefriert im Moment des Aufpralls zu einer geschlossenen, spiegelglatten Eisschicht — auf allen Oberflächen gleichzeitig. Die mit Abstand gefährlichste Form (siehe unten).
Schnee- und Eisglätte
Festgefahrener Schnee oder gefrorener Schneematsch auf der Fahrbahn — die „normale“ winterliche Glätte, mit der man rechnet.

Warum gefrierender Regen so gefährlich ist

Gefrierender Regen entsteht in einer besonderen Schichtung der Atmosphäre: Schnee fällt aus der Höhe, durchquert eine mildere Luftschicht und schmilzt zu Regen — und fällt dann durch eine bodennahe Kaltluftschicht, ohne wieder zu gefrieren. Er bleibt unterkühlt flüssig und wird erst beim Aufprall auf den kalten Boden schlagartig zu Eis. Das Ergebnis ist eine durchgehende Eisschicht auf Straßen, Wegen, Autos und Ästen — oft binnen Minuten und praktisch ohne Vorwarnung im Straßenbild.

Schematischer vertikaler Schnitt der Luftschichtung bei gefrierendem Regen: oben Schnee, darunter eine mildere Luftschicht über null Grad in der der Schnee zu Regen schmilzt, darunter eine bodennahe Kaltluftschicht unter null Grad, in der der Regen unterkühlt bleibt und erst am Boden zu einer Eisschicht gefriert. oben: Schnee (unter 0 °C) mildere Schicht über 0 °C — Schnee schmilzt zu Regen bodennahe Kaltluft unter 0 °C — Regen bleibt unterkühlt Aufprall → Eisschicht am Boden schematisch — nicht maßstabsgetreu, keine Achsen
Gefrierender Regen braucht eine warme Zwischenschicht (Schnee schmilzt) über einer bodennahen Kaltluftschicht (Regen bleibt unterkühlt und gefriert erst am Boden). Bewusst schematisch, ohne Maßstab.

Wie der DWD vor Glätte warnt — die vier Stufen

Der Deutsche Wetterdienst staffelt die Glättewarnung in vier Stufen. Die Kurzbeschreibungen unten stehen wörtlich in der DWD-Kriterientabelle „Glätte/Glatteis“. Beachtenswert: Glätte wird über die Art und Schwere der Beeinträchtigung gestaffelt, nicht über eine Zentimeter- oder Millimeterschwelle — eine solche Zahl nennt der DWD hier nicht, also nennen wir sie auch nicht.

Wörtlaut aus der DWD-Kriterientabelle „Glätte/Glatteis“. Die vier Warnfarben (gelb, ocker, rot, violett) sind die amtliche Kennzeichnung der Stufen 1 bis 4.

Schneefall — die Stufen nach Neuschneemenge

Beim Schneefall staffelt der DWD nach Neuschneemenge je Zeitraum, und die Schwellen unterscheiden sich zwischen Flachland (bis 800 m) und Bergland (über 800 m) — im Bergland ist mehr Neuschnee nötig, um dieselbe Stufe auszulösen. Es folgen die real gelisteten Werte; wir nennen hier die 6-, 12- und 24-Stunden-Schwellen. (Die Kriterientabelle führt zusätzlich 48/72-Stunden-Werte.)

Werte wörtlich aus der DWD-Kriterientabelle „Schneefall“ (Flachland bis 800 m, Bergland über 800 m).

Schneeverwehung — wenn Wind den Schnee gefährlich macht

Nicht die Schneemenge allein zählt: Lockerer Neuschnee plus Wind ergibt Verwehungen, die Straßen in Minuten unpassierbar machen und die Sicht auf null drücken. Der DWD kombiniert hier Schneemenge und Windstärke (in Beaufort, Bft).

Werte wörtlich aus der DWD-Kriterientabelle „Schneeverwehung“. Eine Stufe 1 für Schneeverwehung ist dort nicht gelistet — deshalb beginnt die Staffel hier bei Stufe 2.

Zur Abgrenzung: Frost, Reif und überfrierende Nässe

Der DWD hat neben der Glätte auch ein eigenes Warnelement Frost — das warnt vor der Temperatur, nicht vor der Glätte. Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe: Frost ermöglicht Glätte, erzeugt sie aber nicht zwingend.

Frost (Stufe 1)
„verbreitet Lufttemperatur unter dem Gefrierpunkt in Lagen bis 800 m“.
Strenger Frost (Stufe 2)
„überörtlich oder anhaltend Lufttemperatur kleiner minus 10 Grad in Lagen bis 800 m“.

Reif und überfrierende Nässe sind dagegen Glätte-Phänomene und stehen im Kriterium der Glätte-Stufe 1 (siehe oben) — nicht beim Frost.

Wie gut vorhersagbar? Ehrlich: Glatteis ist der harte Fall

Großräumige Schneefall-Lagen sind vergleichsweise gut vorhersagbar: Dass eine Front mit Schnee heranzieht, sieht man oft ein bis zwei Tage vorher — die genaue Schneemenge und wo die Grenze zwischen Schnee und Regen liegt, bleibt allerdings unsicher, weil schon ein Grad Temperatur darüber entscheidet.

Glatteis durch gefrierenden Regen ist der schwierigste Fall überhaupt — und zugleich der gefährlichste. Es setzt die oben gezeigte, sehr spezielle Schichtung voraus: eine warme Zwischenschicht über bodennaher Kaltluft, punktgenau am richtigen Ort und in der richtigen Dicke. Ob der Regen wenige Meter über dem Boden noch gefriert oder als normaler Regen ankommt, hängt an Bruchteilen eines Grades. Diese Feinheit liegt am Rand dessen, was Modelle auflösen — und deshalb kann Glatteis lokal überraschen, während 20 Kilometer weiter nur harmloser Regen fällt.

Kurz gesagt

Schneefall der Fläche nach: ein bis zwei Tage vorher grob abschätzbar, Menge und Schneegrenze unsicher. Glatteis durch gefrierenden Regen: eine der gefährlichsten Lagen und zugleich am schwersten punktgenau vorherzusagen — hier zählt die aktuelle Warnung mehr als jede Tagesprognose.

Was tun bei Glätte und Schnee

Kurz und seriös. Maßgeblich sind im Ernstfall immer die aktuellen amtlichen Warnungen und Hinweise des DWD.

Aktuelle Lage für deinen Ort

Die Startseite zeigt live die DWD-Warnungen für deine Region — darunter Glätte-, Schneefall- und Frostwarnungen, sobald eine aktiv ist.

Quellen

Alle Warnschwellen (cm, Bft, °C) und Stufenbeschreibungen stammen wörtlich aus den amtlichen Warnkriterien des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Tabellen „Kriterien für Wetter- und Unwetterwarnungen“ für die Wetterelemente Glätte/Glatteis, Schneefall, Schneeverwehung und Frost:

https://www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_aktuell/kriterien/warnkriterien.html

Die vier Warnfarben (gelb, ocker, rot, violett) und die Stufennamen sind der amtlichen Benennung derselben DWD-Seite entnommen. Herkunft und Grenzen der auf der Startseite gezeigten Daten stehen unter Methodik & Quellen.