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Wetterlagen · Sturm und Orkan · Schwellen und Definitionen nach dem Deutschen Wetterdienst Hurrikane und Taifune entstehen ganz anders als unsere Herbststürme; das behandelt Tropische Wirbelstürme.

Sturm und Orkan: was der Wind wirklich anrichtet

Wann ist es „nur“ windig, wann Sturm, wann Orkan? Das ist keine Geschmacksfrage, sondern an feste Windgeschwindigkeiten gebunden. Diese Seite erklärt die Beaufort-Skala, den Unterschied zwischen Böe und mittlerem Wind und die amtlichen km/h-Schwellen, ab denen der Deutsche Wetterdienst warnt — und sie ist ehrlich dazu, wie gut sich Wind überhaupt vorhersagen lässt. Jede Zahl unten hat eine DWD-Quelle, unten verlinkt.

Böe oder mittlerer Wind — zwei verschiedene Dinge

Eine Böe ist eine kurze, heftige Windspitze von wenigen Sekunden. Der mittlere Wind ist das über zehn Minuten gemittelte Tempo. Böen sind deutlich schneller als der mittlere Wind — und sie sind es, die Dächer abdecken und Bäume werfen.

Deshalb warnt der DWD vor Böen, nicht vor mittlerem Wind: Der Schaden entsteht in der Spitze. Die bekannte Beaufort-Skala dagegen beschreibt den mittleren Wind in etwa 10 m Höhe über freiem Gelände. Beide Maße tragen dieselben Namen — „Sturm“, „Orkan“ —, meinen aber nicht genau dasselbe. Wer sie verwechselt, vergleicht Äpfel mit Birnen. Darum stehen sie hier getrennt.

Die Beaufort-Skala: mittlerer Wind von 0 bis 12

Der britische Admiral Francis Beaufort ordnete Windstärken nach ihrer sichtbaren Wirkung. Die Skala reicht von 0 (Windstille) bis 12 (Orkan). Der Orkan beginnt bei Windstärke 12, also ab 118 km/h mittlerem Wind — ein Wert, der als Dauerwind an Land in Deutschland selten erreicht wird; in Böen wird er häufiger überschritten.

Beaufort-Skala 0 bis 12 mit mittlerer Windgeschwindigkeit in Meter pro Sekunde und Kilometer pro Stunde sowie Auswirkungen im Binnenland
BftBezeichnungm/skm/hAuswirkung im Binnenland
0Windstille0–0,2< 1Rauch steigt senkrecht auf
1leiser Zug0,3–1,51–5Windrichtung nur am Zug des Rauches erkennbar
2leichte Brise1,6–3,36–11Wind im Gesicht spürbar, Blätter bewegen sich
3schwache Brise3,4–5,412–19bewegt dünne Zweige, streckt Wimpel
4mäßige Brise5,5–7,920–28bewegt dünnere Äste, hebt Staub und loses Papier
5frische Brise8,0–10,729–38kleine Laubbäume schwanken, Schaumkronen auf Seen
6starker Wind10,8–13,839–49starke Äste schwanken, Regenschirme schwer zu halten
7steifer Wind13,9–17,150–61fühlbare Hemmung beim Gehen, ganze Bäume bewegen sich
8stürmischer Wind17,2–20,762–74Zweige brechen von Bäumen, Gehen im Freien erheblich erschwert
9Sturm20,8–24,475–88Äste brechen, kleinere Schäden an Häusern (Dachziegel)
10schwerer Sturm24,5–28,489–102Wind bricht Bäume, größere Schäden an Häusern
11orkanartiger Sturm28,5–32,6103–117Wind entwurzelt Bäume, verbreitet Sturmschäden
12Orkanab 32,7ab 118schwere Verwüstungen

Werte: mittlere Windgeschwindigkeit in 10 m Höhe über freiem Gelände (DWD-Wetterlexikon, „Beaufort-Skala“). Die Auswirkungen sind Anhaltspunkte, keine Messvorschrift.

Wie der DWD warnt: die amtlichen Böen-Schwellen

Die DWD-Windwarnungen richten sich nach der erwarteten Böengeschwindigkeit (Spitze in etwa 10 m Höhe über offenem, freiem Gelände). Sechs Stufen, mit fest definierten Schwellen — von der Windböe bis zur extremen Orkanböe. Die Warnstufe (1 bis 4) steuert Farbe und Dringlichkeit: Stufe 1 markante Wetterwarnung, Stufe 3 Unwetterwarnung, Stufe 4 extremes Unwetter.

Amtliche DWD-Warnschwellen für Windböen nach Böengeschwindigkeit in Kilometer pro Stunde, Beaufort-Entsprechung und Warnstufe
WarnereignisBöe (km/h)m/sBftWarnstufe
Windböenab 501471
Sturmböen65–8918–248–92
Schwere Sturmböen90–10425–28102
Orkanartige Böen105–11929–32113
Orkanböenab 120ab 33123
Extreme Orkanböenüberörtlich über 140——4

Quelle: DWD-Warnkriterien (Kategorie Wind). Die Beaufort-Angaben sind die vom DWD genannten Entsprechungen — die Warnskala ist an Beaufort angelehnt, deshalb gibt es geringe Abweichungen. Wichtig: Diese Schwellen gelten für Böen. Eine Orkanböe (ab 120 km/h) kann auftreten, ohne dass der mittlere Wind Orkanstärke (118 km/h, Bft 12) erreicht.

Die untere Böen-Schwelle je DWD-Warnstufe, steigend von 50 km/h für Windböen bis 140 km/h für extreme Orkanböen Windböen ab 50 Sturmböen ab 65 schwere Sturmböen ab 90 orkanartige Böen ab 105 Orkanböen ab 120 extreme Orkanböen über 140 0 50 100 150 km/h untere Böen-Schwelle je Warnstufe (km/h)
Schematische Darstellung der amtlichen DWD-Schwellen. Jeder Balken reicht bis zur unteren Grenze der jeweiligen Stufe; nach oben ist er offen bis zur nächsten Stufe. Zahlen: DWD-Warnkriterien (Wind).

Wie gut lässt sich Sturm vorhersagen? Ehrlich: es kommt darauf an, welcher Wind

Nicht jeder Sturm ist gleich gut vorhersagbar — das hängt daran, wie groß das Wetterereignis ist, das ihn erzeugt.

Großräumige Stürme sind gut vorhersagbar. Ein Wintersturm aus einem atlantischen Tiefdruckgebiet ist Hunderte Kilometer breit und zieht über Stunden bis Tage. Solche Lagen zeichnen sich oft mehrere Tage im Voraus ab; dass ein Stürmisches Wochenende kommt, weiß man häufig früh. Weniger sicher bleiben der genaue Zeitpunkt, die Zugbahn und die Höchstwerte der Böen — die letzten Kilometer pro Stunde entscheiden sich kurzfristig.

Gewitterböen sind das Gegenteil. Eine Sturm- oder Orkanböe aus einem sommerlichen Gewitter (Fallböe, Downburst) entsteht auf wenigen Kilometern und dauert Minuten. So etwas lässt sich nicht Tage vorher punktgenau ansagen — man kann eine Region als gefährdet markieren, aber ob es den einen Ort trifft, zeigt sich oft erst, wenn die Zelle schon steht. Diese Warnungen kommen darum kurzfristig und werden laufend nachgezogen.

Was das für Zahlen bedeutet. Der Feldbericht dieser Seite zeigt an echten Messungen, wie der Vorhersagefehler mit dem Vorlauf wächst und wie weit die Modelle auseinanderliegen — für die Temperatur. Beim Wind, besonders bei Böenspitzen, ist die Streuung eher größer, nicht kleiner. Eine einzelne km/h-Zahl in einer App täuscht darum eine Genauigkeit vor, die es beim Wind noch weniger gibt als bei der Temperatur. Die Startseite zeigt deshalb die Spanne der Modelle statt einer blanken Zahl.

Was bei Sturmwarnung sinnvoll ist

Nur allgemeine, breit anerkannte Hinweise — im Ernstfall gelten die konkreten Empfehlungen zur aktuellen Warnung (DWD, Katastrophenschutz, BBK). Grob gilt: je höher die Warnstufe, desto eher drinnen bleiben.

Aktuelle Warnungen stehen auf der Startseite. Ob für einen Ort gerade eine Windwarnung gilt und welche Stufe, zeigt die Wetterseite mit den Live-Daten. Diese Seite hier erklärt nur, was die Stufen bedeuten — sie ist selbst keine Warnung.

Quellen

Datenquelle Deutscher Wetterdienst (DWD). Diese Seite gibt die amtlichen Definitionen wieder; im Warnfall gilt immer die aktuelle Warnung des DWD.