Was Dürre ist — und die zwei Bedeutungen
Dürre ist keine einzelne Wettererscheinung, sondern ein Defizit, das sich über Zeit aufbaut: Es regnet über Wochen zu wenig, während Sonne und Wind dem Boden zusätzlich Wasser entziehen. Wichtig ist die Unterscheidung, welche Trockenheit gemeint ist:
- Meteorologische Dürre
- Ein Niederschlagsdefizit gegenüber dem, was in einem Zeitraum normal wäre — also schlicht: es hat deutlich zu wenig geregnet. Das ist die reine Wettergröße.
- Landwirtschaftliche Dürre
- Ein Mangel an pflanzenverfügbarem Wasser im Boden. Sie hängt nicht nur am Regen, sondern auch an Verdunstung, Bodenart und Durchwurzelung — und trifft die Pflanzen dort, wo die Wurzeln sitzen.
Beides kann auseinanderfallen: Nach längerer Trockenheit kann ein kräftiger Regen die meteorologische Bilanz aufbessern, während der tiefere Boden noch lange trocken bleibt — die landwirtschaftliche Dürre hält also länger an.
Die Bodenfeuchte als Schlüsselgröße
Der Zustand der landwirtschaftlichen Dürre wird über die Bodenfeuchte beschrieben — meist als Anteil der nutzbaren Feldkapazität, also wie voll der für Pflanzen verfügbare „Wasserspeicher“ des Bodens ist. Der DWD modelliert diese Bodenfeuchte flächendeckend für Deutschland (unter anderem im bekannten „Dürremonitor“ des UFZ wird eine verwandte Größe dargestellt). Trockener Boden ist zugleich die Brücke zur zweiten Gefahr dieser Seite: dem Feuer.
Der Waldbrandgefahrenindex (WBI) — fünf Stufen
Der DWD berechnet täglich den Waldbrandgefahrenindex (WBI): ein Maß dafür, wie leicht sich an einem Tag im Wald ein Feuer entzünden und ausbreiten kann. Er stützt sich auf Temperatur, Luftfeuchte, Wind, Sonnenschein und den Trockenheitszustand der oberen Bodenschicht bzw. der Streu. Der WBI ist eine fünfstufige Skala von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr); er wird einmal täglich gegen 05:00 UTC für ganz Deutschland aktualisiert und dient den Forstbehörden der Länder als Grundlage.
- 1sehr geringe GefahrEin Waldbrand ist an diesem Tag kaum zu erwarten.
- 2geringe GefahrAnsteigend, aber noch niedrig.
- 3mittlere GefahrDeutlich erhöhte Entzündungs- und Ausbreitungsneigung.
- 4hohe GefahrHohe Waldbrandgefahr; Forstbehörden reagieren, teils mit Sperrungen.
- 5sehr hohe GefahrHöchste Stufe der Skala — größte Brandgefahr.
Der DWD dokumentiert den WBI als fünfstufige Skala mit den Endpunkten 1 = sehr geringe und 5 = sehr hohe Gefahr; die Bezeichnungen der Zwischenstufen (geringe, mittlere, hohe Gefahr) sind die gebräuchlichen Stufennamen dieser Skala. Es sind bewusst keine festen Grenzwerte in physikalischen Einheiten genannt — der WBI ist ein aus mehreren Größen berechneter Index, nicht eine einzelne Schwelle wie bei den Warnungen für Wind oder Regen.
Der Graslandfeuerindex (GLFI)
Ergänzend berechnet der DWD den Graslandfeuerindex (GLFI) für die Feuergefahr auf offenem Gelände — also für Wiesen, Felder und Grasflächen statt Wald. Weil abgestorbenes Gras schneller austrocknet und blitzartig brennt, kann die Graslandgefahr schon im zeitigen Frühjahr hoch sein, wenn der Wald noch feucht ist. Der GLFI wird typischerweise in der Saison von März bis Oktober geführt.
Ehrlich: Warum der WBI hier nicht live steht
Technische Grenze — dieselbe wie in der Methodik
Diese Seite zeigt den WBI und den GLFI erklärt, aber nicht live. Der
Grund ist keine Nachlässigkeit, sondern eine harte technische Grenze: Die Rohdaten des
DWD liegen auf opendata.dwd.de, und dieser Server sendet keinerlei
CORS-Header. Eine reine Browser-Seite ohne eigenen Server — genau das ist diese
Seite — darf solche Daten deshalb nicht direkt laden; der Browser blockiert die
Anfrage.
Das ist exakt dieselbe Grenze, die die Methodik-Seite für andere DWD-Rasterdaten (etwa den Pollenflug oder Rasterwerte) beschreibt. Wir könnten eine WBI-Zahl anzeigen, wenn wir einen eigenen Server dazwischenschalten würden — das widerspricht aber dem keyless-, serverlosen Ansatz dieser Seite. Also erklären wir den Index ehrlich und verlinken für den aktuellen Wert auf die amtliche DWD-Darstellung, statt eine Zahl vorzutäuschen, die wir nicht sauber beziehen können.
Wie gut vorhersagbar? Ehrlich: die verlässlichste Lage — aber langsam
Dürre ist fast das Gegenteil des Gewitters. Sie entsteht nicht in Minuten, sondern über Wochen — und genau das macht sie vergleichsweise gut abschätzbar. Der aktuelle Trockenheitszustand ist gemessen (Bodenfeuchte, Niederschlagsdefizit), keine Prognose; und ob eine großräumige, blockierende Hochdrucklage die Trockenheit fortsetzt, ist einige Tage im Voraus rechenbar. Die Waldbrandgefahr des morgigen Tages lässt sich daraus seriös ableiten — deshalb gibt der DWD den WBI als Tageswert samt Folgetagen heraus.
Die ehrliche Einschränkung liegt woanders: Ob eine Dürre in Wochen zu Ende geht, hängt daran, ob und wieviel es regnet — und Regenmengen mehrere Wochen im Voraus sind kaum vorhersagbar. Man kann den Zustand heute genau beziffern und die nächsten Tage gut abschätzen; eine belastbare Aussage, „wann die Dürre bricht“, gibt es nicht.
Künstlich beenden lässt sich eine Dürre ebenfalls nicht: Wolkenimpfen braucht Wolken, die schon reichlich Wasser enthalten — in einer trockenen Hochdrucklage sind solche Wolken selten, und Impfen erzeugt kein Wasser. Was Wolkenimpfen kann und was nicht, steht auf Kann man das Wetter machen?.
Kurz gesagt
Aktueller Zustand und nächste Tage: gut belegbar, weil gemessen und langsam veränderlich. Ende der Dürre in Wochen: offen, weil es an schwer vorhersagbaren Regenmengen hängt.
Was tun bei hoher Waldbrand- und Dürregefahr
Kurz und seriös. Maßgeblich sind im Ernstfall immer die aktuellen Angaben des DWD und die Anordnungen der Forst- und Ordnungsbehörden der Länder.
- Bei hoher WBI-Stufe im Wald keinerlei Feuer, keine Zigaretten, keine heißen Fahrzeuge auf trockenem Gras abstellen — die meisten Wald- und Flächenbrände sind menschengemacht.
- Waldsperrungen und Betretungsverbote der Forstbehörden beachten — sie richten sich nach WBI und GLFI.
- Bei anhaltender Dürre sparsam mit Wasser umgehen und regionale Entnahme-Einschränkungen (etwa aus Flüssen) respektieren.
- Wer Regenwasser vom Dach sammelt, spart Leitungswasser für den Garten. Wie viele Liter die Regenfälle der nächsten Tage bringen könnten — als Spanne über die 51 Läufe des ECMWF-Ensembles —, rechnet der Regentonnen-Rechner.
- Für den aktuellen Index die amtliche DWD-Darstellung nutzen (siehe Quellen), da er hier bewusst nicht live gezeigt wird.
Aktuelle Lage für deinen Ort
Die Startseite zeigt live die DWD-Warnungen und die aktuelle Wetterlage. Der Waldbrandgefahrenindex gehört nicht dazu — ihn stellt der DWD selbst dar (Link unten), weil die Rohdaten wie beschrieben nicht direkt in eine serverlose Seite geladen werden können.
Quellen
Der Waldbrandgefahrenindex (WBI, fünfstufige Skala von sehr geringer bis sehr hoher Gefahr, tägliche Aktualisierung gegen 05:00 UTC) und der Graslandfeuerindex (GLFI) sind beschrieben beim Deutschen Wetterdienst:
https://www.dwd.de/DE/leistungen/waldbrandgef/waldbrandgef.html
Die technische Grenze (opendata.dwd.de sendet keine CORS-Header, daher für eine serverlose Browser-Seite nicht direkt ladbar) ist dieselbe, die unter Methodik & Quellen für weitere DWD-Rasterdaten dokumentiert ist.
Bewusst keine Zahl in physikalischen Einheiten für die WBI-Stufen: Der WBI ist ein aus mehreren meteorologischen Größen berechneter Index, kein einzelner Schwellenwert — der DWD veröffentlicht die Stufe, nicht eine feste km/h- oder l/m²-Grenze. Die verwandte Bodenfeuchte-/Dürredarstellung führt der DWD bzw. der Dürremonitor des UFZ.