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Wetterlagen · Frost

Frost

Frost ist zunächst nur eine Temperatur: Luft unter dem Gefrierpunkt. Gefährlich wird er dort, wo er trifft — auf Nässe, die zu Glätte wird, oder auf junge Pflanzen im Frühjahr. Diese Seite erklärt, was Frost ist, wie der DWD warnt (mit den echten Schwellen), wo die Grenze zur Glätte verläuft und — im Geist der ganzen Seite — wie sicher die Vorhersage der Nachttemperatur überhaupt ist.

Was Frost ist — und die Arten

Frost bedeutet: Die Temperatur fällt unter den Gefrierpunkt (0 °C). Der DWD warnt vor der Lufttemperatur, die er standardisiert in zwei Metern Höhe über dem Boden misst. Genau darin liegt eine wichtige Feinheit: Direkt am Boden kann es deutlich kälter sein als in zwei Metern — deshalb gibt es Bodenfrost oft schon, wenn das Thermometer in Hüfthöhe noch knapp über null zeigt.

Luftfrost
Lufttemperatur in zwei Metern Höhe unter 0 °C — die Größe, auf die sich die DWD-Frostwarnung bezieht.
Bodenfrost
Temperatur unmittelbar am Erdboden unter 0 °C, während die Luft in zwei Metern noch frostfrei sein kann. Wichtig für Pflanzen und für Reifbildung.
Strahlungsfrost
Frost in klaren, windstillen Nächten: Ohne Wolkendecke strahlt der Boden seine Wärme ungehindert in den Himmel ab und kühlt stark aus. Ohne Wind mischt sich die kälteste Luft am Boden nicht mit wärmerer darüber.
Spätfrost
Frost im Frühjahr, nachdem die Vegetation bereits ausgetrieben hat — der landwirtschaftlich gefährlichste Fall (siehe unten).

Der Strahlungsfrost erklärt, warum Frost so lokal sein kann: Kalte Luft ist schwerer und fließt nachts in Senken und Täler ab, wo sie sich als Kaltluftsee sammelt. In solchen Mulden kann es mehrere Grad kälter sein als am nahen Hang — auf wenigen hundert Metern Entfernung.

Dieser nächtliche Kaltluftabfluss ist einer von mehreren Winden, die ganz ohne Tief nur aus Temperaturunterschieden entstehen. Die anderen — Seewind und Landwind, Tal- und Bergwind, der schwache Flurwind am Stadtrand — erklärt Lokale Winde.

Schematischer Schnitt einer klaren, windstillen Nacht: Der Boden strahlt Wärme in den offenen Himmel ab und kühlt aus, kalte Luft sammelt sich als Kaltluftsee in der Senke, während es am Hang milder bleibt. klarer Himmel — keine Wolkendecke Wärmeabstrahlung Kaltluftsee — hier am kältesten Hang: milder schematisch — nicht maßstabsgetreu, keine Achsen
In klaren, windstillen Nächten strahlt der Boden Wärme ab und kühlt aus; kalte Luft fließt in die Senke und sammelt sich dort als Kaltluftsee. Deshalb ist Frost oft sehr lokal. Bewusst schematisch, ohne Maßstab.

Wie der DWD vor Frost warnt — die zwei Stufen

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Frost über die Lufttemperatur in zwei Stufen. Die Kriterien unten stehen wörtlich in der DWD-Kriterientabelle „Frost“. Eine Stufe 3 (rot) und Stufe 4 (violett) führt der DWD für Frost nicht — die Staffel endet bei Stufe 2.

Wortlaut wörtlich aus der DWD-Kriterientabelle „Frost“. Die Warnfarben (gelb, ocker) sind die amtliche Kennzeichnung der Stufen 1 und 2. Der DWD nennt hier die Grenzen 0 °C (Gefrierpunkt) und minus 10 Grad sowie die Höhengrenze 800 m — weitere Zwischenschwellen gibt er nicht an, also nennen wir auch keine.

Frost ist nicht Glätte — die Abgrenzung

Das ist die wichtigste Unterscheidung dieser Seite: Die Frostwarnung warnt vor der Temperatur, nicht vor der Glätte. Frost ermöglicht Glätte, erzeugt sie aber nicht zwingend — und umgekehrt kann Glätte auch ohne strengen Frost auftreten.

Ob Frost zu Glätte wird, hängt davon ab, ob Wasser vorhanden ist, das gefrieren kann: Nässe auf der Fahrbahn (überfrierende Nässe), gefrierender Regen oder Reif. Ist es dagegen frostig, aber trocken, bleibt es trotz Minusgraden griffig.

Der DWD warnt deshalb getrennt: Frost vor der Temperatur, Glätte/Glatteis vor der Rutschgefahr. Die Formen der Glätte, die eigenen DWD-Stufen dazu und warum gefrierender Regen so gefährlich ist, stehen unter Glätte & Schnee.

Spätfrost und Landwirtschaft

Der wirtschaftlich folgenreichste Frost ist oft nicht der kälteste, sondern der zur falschen Zeit: Spätfrost im Frühjahr, wenn Obstbäume bereits blühen und Weinreben ausgetrieben haben. Schon wenige Zehntelgrad unter null können Blüten und junge Triebe zerstören — und damit die Ernte eines ganzen Jahres.

Besonders heikel ist der Strahlungsfrost: Gerade die klaren, ruhigen Nächte nach warmen Frühjahrstagen kühlen bodennah am stärksten aus — genau dort, wo Blüten und junge Kulturen sitzen. In den betroffenen Kaltluftsenken („Frostlöchern“) wird es Jahr für Jahr am ehesten kritisch. Der DWD gibt für die Landwirtschaft eigene agrarmeteorologische Hinweise heraus; die hier gezeigten Frostwarnungen beziehen sich auf die allgemeine Lufttemperatur.

Wie gut vorhersagbar? Ehrlich: die Kaltluft ja, das Minimum lokal schwer

Dass eine kalte Nacht bevorsteht — also kalte Luft heranfließt und der Himmel aufklart —, ist großräumig oft mehrere Tage vorher gut absehbar. Der schwierige Teil ist die genaue Tiefsttemperatur an deinem Ort.

Bei Strahlungsfrost entscheidet das Kleinklima: eine Senke gegenüber einem Hang, freie Fläche gegenüber Nähe zu Gebäuden, ein Hauch Wind gegenüber völliger Windstille. Diese Unterschiede von mehreren Grad spielen sich auf wenigen hundert Metern ab — feiner, als ein großräumiges Vorhersagemodell auflöst. Dazu kommt: Der DWD-Wert gilt für zwei Meter Höhe, während Bodenfrost am Erdboden schon früher einsetzt.

Deshalb ist eine auf das Zehntelgrad genaue Nachttiefsttemperatur für eine bestimmte Wiese, Tage im Voraus, nicht seriös darstellbar — wer sie anzeigt, verkauft Präzision, die die Physik lokal nicht hergibt. Belastbar wird die Frostgefahr erst kurzfristig, wenn Bewölkung und Wind der kommenden Nacht feststehen.

Wie oft die Modelle den Tiefstwert in diesem Archiv tatsächlich getroffen haben — und für welche Städte das noch gar nicht prüfbar ist —, rechnet die Trefferquote im Abschnitt „Nacht“ nach.

Kurz gesagt

Dass eine Frostnacht kommt: oft Tage vorher absehbar. Wie kalt genau es in deiner Senke oder auf deiner Wiese wird: erst kurzfristig verlässlich, weil Strahlungsfrost extrem lokal ist und der Bodenfrost früher einsetzt als der Luftfrost in zwei Metern.

Was tun bei Frost

Kurz und seriös. Maßgeblich sind im Ernstfall immer die aktuellen amtlichen Warnungen und Hinweise des DWD.

Aktuelle Lage für deinen Ort

Die Startseite zeigt live die DWD-Warnungen für deine Region — darunter Frost- und Glättewarnungen, sobald eine aktiv ist.

Quellen

Die Warnschwellen (0 °C, minus 10 Grad, 800 m) und die Stufenbeschreibungen stammen wörtlich aus den amtlichen Warnkriterien des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Tabelle „Kriterien für Wetter- und Unwetterwarnungen“ für das Wetterelement Frost:

https://www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_aktuell/kriterien/warnkriterien.html

Die Warnfarben (gelb, ocker) und die Stufennamen (Wetterwarnung, markante Wetterwarnung) sind der amtlichen Benennung derselben DWD-Seite entnommen. Herkunft und Grenzen der auf der Startseite gezeigten Daten stehen unter Methodik & Quellen.