Warum das Maximum nachhinkt
Die Luft wird kaum direkt von der Sonne erwärmt, sondern vom Boden, den die Sonne aufheizt. Solange der Boden mehr Energie von der Sonne bekommt, als er abgibt, steigt die Temperatur weiter — auch wenn die Sonne ihren Höchststand schon überschritten hat. Erst am Nachmittag halten sich Einstrahlung und Abstrahlung die Waage; das ist der wärmste Moment. In Deutschland liegt er an einem sonnigen Sommertag meist zwischen etwa 14 und 17 Uhr Sommerzeit.
Nachts gibt der Boden ohne Nachschub Wärme ab, bis die Sonne wieder hoch genug steht. Das Minimum liegt deshalb nicht um Mitternacht, sondern meist kurz nach Sonnenaufgang.
Wolken sind nachts eine Decke
Jede Oberfläche strahlt Wärme ab, auch nachts. Unter klarem Himmel geht diese Strahlung ins All verloren; eine Wolkendecke dagegen strahlt einen Teil zurück. Bewölkte Nächte sind deshalb milder, klare kälter. Kommt noch Windstille dazu, sammelt sich die kalte Luft am Boden und in Senken: eine Strahlungsnacht. Dann kann es am Boden frieren, während die offizielle Temperatur in 2 m Höhe noch über null liegt (Frost, Wie Temperatur gemessen wird) — und am Morgen liegt Nebel in den Tälern (Nebel, Temperaturinversion).
Umgekehrt dämpfen Wolken tagsüber die Erwärmung. Ein bedeckter Tag hat deshalb einen viel flacheren Tagesgang als ein sonniger: nachts wärmer, tags kühler. Dass Wolken und Wasserdampf Wärmestrahlung zurückhalten, ist im Großen auch der Kern des Treibhauseffekts.
Wo der Tagesgang groß ist und wo klein
- Trockene Luft, trockener Boden: großer Tagesgang. Wasser speichert Wärme und verdunstet; wo es fehlt, wird es tags heißer und nachts kälter.
- An der Küste: kleiner Tagesgang, weil das Meer sich kaum erwärmt oder abkühlt.
- An sonnigen Küstentagen treibt genau dieser Unterschied zwischen schnell erwärmtem Land und trägem Meer einen eigenen Wind an: ab dem späten Vormittag den Seewind vom Wasser her, nachts schwächer den Landwind (Lokale Winde).
- In der Stadt: Die Nächte bleiben wärmer, weil Stein und Asphalt tagsüber gespeicherte Wärme abgeben (Stadtklima).
Was das mit dieser Seite zu tun hat
Die Nachkontrolle auf der Startseite vergleicht Vorhersage und Messung um 14 Uhr Ortszeit — eine Stunde nahe am Maximum, zu der beide Werte gut zueinander passen. Das Archiv für die 25 Städte speichert dagegen die Tageshöchstwerte und seit dem 26.09.2026 auch die Tagestiefstwerte; wie gut die Vorhersage bei beiden ist, zeigt die Faustregel. Wie die Temperatur heute bei dir verläuft, zeigt die Stundenkurve der Startseite.
Quellen
DWD, Wetterlexikon (Tagesgang, Strahlungsnacht, Ausstrahlung) — dwd.de.
Die Skizze ist schematisch und nicht aus Messwerten gezeichnet; die genaue Uhrzeit des Maximums hängt von Ort, Jahreszeit, Bewölkung und Wind ab. Die Angaben sind zusammengefasst, nicht wörtlich zitiert.