Was Luftdruck ist
Über jedem Punkt der Erde lastet eine kilometerhohe Säule Luft. Ihr Gewicht ist der Luftdruck:
„Mit Luftdruck wird der von der Masse der Luft unter der Wirkung der Erdanziehung ausgeübte Druck bezeichnet. Er ist definiert als das Gewicht der Luftsäule pro Flächeneinheit vom Erdboden bis zur äußeren Grenze der Atmosphäre.“ — DWD
Gemessen wird er in Hektopascal (hPa) — wobei „1 hPa … 1 mbar“ entspricht (die ältere Einheit Millibar). Der mittlere Luftdruck auf Meereshöhe beträgt 1013,25 hPa — der Wert, an dem sich „hoch“ und „tief“ orientieren.
Weil sich Luft zusammendrücken lässt, steckt die Hälfte dieser Säule schon in den untersten rund 5,5 km. Wie sie darüber in Stockwerke gegliedert ist, von der Wetterschicht bis zum Polarlicht, zeigt Aufbau der Atmosphäre.
Warum die Karte nicht den gemessenen Druck zeigt
Der Luftdruck nimmt mit der Höhe ab. Eine Bergstation misst allein deshalb weniger als eine Station an der Küste — auch wenn das Wetter identisch ist. Würde man die rohen Werte in eine Karte eintragen, sähe man nur die Berge, nicht das Wetter. Der DWD löst das durch die Luftdruckreduktion:
„Man löst dieses Problem, indem man alle Luftdrucke auf das Meeresniveau (NN) umrechnet. Diese Umrechnung bezeichnet man als Luftdruckreduktion.“ — DWD
Ehrlich dazu: der reduzierte Druck ist ein berechneter Wert
Die Umrechnung erfolgt „mit der barometrischen Höhenformel“, und die „enthält als Variable auch die Temperatur bzw. die Luftdichte“. Der Druck, den eine Wetterkarte zeigt, ist also nicht direkt gemessen, sondern auf Meeresniveau gerechnet — nur so werden Stationen unterschiedlicher Höhe vergleichbar.
Wie diese Rechnung aussieht, mit welcher gedachten Luftsäule sie arbeitet und wie weit sie von der Rechnung mit der Normatmosphäre der Luftfahrt abweicht, zeigt der Luftdruck-Rechner — mit offenem Rechenweg und deinen eigenen Zahlen.
Hoch und Tief — und wie sie drehen
| Druckgebilde | Kern | Drehsinn (Nordhalbkugel) |
|---|---|---|
| Hoch (Antizyklone) | höchster Druck im Zentrum | antizyklonal — im Uhrzeigersinn |
| Tief (Zyklone) | tiefster Druck im Zentrum | zyklonal — gegen den Uhrzeigersinn |
Belegt im DWD-Wetterlexikon: die Luftmassen bewegen sich „auf der Erdnordhalbkugel mit antizyklonalem Drehsinn (im Uhrzeigersinn) um ein Hochdruckgebiet“ bzw. „mit zyklonalem Drehsinn (auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn) … um ein Tiefdruckgebiet herum“. Auf der Südhalbkugel ist es jeweils umgekehrt.
Isobaren: eng bedeutet Sturm
Isobaren sind Linien gleichen Luftdrucks. Ihr Abstand verrät die Windstärke: „Liegen sie … eng beisammen, dann herrscht eine stramme Luftbewegung bzw. ein starker bis stürmischer Wind bis hin zum Orkan vor“ — „Fächern die Isobaren auf, dann lässt die Windgeschwindigkeit entsprechend wieder nach.“
Das Barische Windgesetz (Buys-Ballot)
Ein einfacher Merksatz für die Nordhalbkugel, wörtlich beim DWD: „Wenn man dem Wind den Rücken zukehrt, dann … ist der tiefere Druck links vorne und der hohe Druck rechts hinten zu finden.“ Kurz: Wind im Rücken → das Tief liegt links.
Quellen
Alle Definitionen und Zahlen stammen aus dem Deutschen Wetterdienst (Wetterlexikon und „Thema des Tages“):
Luftdruck (Definition, hPa, 1013,25) · Luftdruckreduktion · Hochdruckgebiet · Tiefdruckgebiet · Isobaren (eng = starker Wind) · Barisches Windgesetz (Buys-Ballot)
Wie man Hoch, Tief und Fronten in der Karte liest, steht unter Wetterkarte; verwandt: Windrichtung & Böen.