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Wissen · Woher der Wind weht

Windrichtung & Böen

„Nordwind“ heißt: der Wind kommt aus Norden, nicht dass er nach Norden weht. Diese Seite erklärt die Windrichtung (in Grad und als Windrose), wie der DWD Wind überhaupt misst, und was eine Böe amtlich ist — jede Angabe wörtlich aus dem DWD-Wetterlexikon. Die Stärke des Windes steht auf der Seite Windstärken (Beaufort).

Windrichtung: die Richtung, aus der er weht

Das ist die häufigste Verwechslung — und der DWD ist eindeutig:

„Die Windrichtung ist die Richtung, aus welcher der Wind weht.“ — DWD-Wetterlexikon

Angegeben wird sie auf einer 360-Grad-Skala, bezogen auf den geografischen Norden, meist mit einer Auflösung von 10°. Zusätzlich gibt es die Windrose: „Die Windrichtung wird … auch nach der Himmelsrichtung in einer Teilung von 8, 16 oder 32 Sektoren … bezeichnet.“ Die gebräuchliche 8-teilige Rose:

HimmelsrichtungKürzelGrad
NordN0° / 360°
NordostNO45°
OstO90°
SüdostSO135°
SüdS180°
SüdwestSW225°
WestW270°
NordwestNW315°
Windrose mit den acht Himmelsrichtungen und ihren Gradangaben; Nord oben bei 0 Grad, im Uhrzeigersinn. N 360° / 0° NO 45° O 90° SO 135° S 180° SW 225° W 270° NW 315°
Windrose: Grad im Uhrzeigersinn, Nord = 0°/360°. Die angezeigte Richtung ist immer die, aus der der Wind weht.

Die vier Hauptrichtungen (N 360°, O 90°, S 180°, W 270°) sind DWD-Werte; die Zwischenrichtungen ergeben sich als 45°-Schritte der 8-teiligen Windrose.

Wie der DWD Wind misst

Damit Messungen vergleichbar sind, gelten feste Regeln:

Einheiten der Windgeschwindigkeit: 1 m/s = 3,6 km/h, 1 Knoten = 1,852 km/h.

Was eine Böe ist — und ab wann

Eine Böe ist der kurze, kräftige Windstoß über dem mittleren Wind. Der DWD:

„Als eine Bö bezeichnet man im allgemeinen einen kräftigen Windstoß, der oft mit einer plötzlichen Windrichtungsänderung verbunden ist.“

Das amtliche Kriterium

Eine Böe liegt vor, wenn die Windgeschwindigkeit den 10-Minuten-Mittelwert innerhalb weniger Sekunden (mindestens 3, höchstens 20 Sekunden anhaltend) um mindestens 5,0 m/s (10 Knoten, ≈ 18 km/h) überschreitet. Kurz: Böe = Mittelwind + 5 m/s, für 3–20 Sekunden.

Deshalb ist eine Böe nicht dasselbe wie die Windstärke: Beaufort beschreibt den mittleren Wind, die Böe die Spitze darüber. Und genau nach diesen Spitzen richten sich die amtlichen Sturm-Warnschwellen des DWD — nicht nach dem Mittelwind.

Ehrlich dazugesagt: Einen festen Böenfaktor (ein Zahlenverhältnis Spitze zu Mittelwind) definiert der DWD in den geprüften Quellen nicht — er beschreibt Böen über das absolute Kriterium oben, nicht über einen Faktor. Und „Windstille“ entspricht Beaufort 0; einen exakten m/s-Grenzwert dafür geben die hier geprüften DWD-Seiten nicht wörtlich her.

Quellen

Alle Definitionen und Kriterien stammen aus dem Deutschen Wetterdienst (Wetterlexikon, Dokumentationen und „Thema des Tages“):

Windrichtung · Mittelwind · Bö (Definition + Kriterium) · Wie wird Wind gemessen? · Die Böigkeit des Windes

Die Stärke des Windes (Beaufort) steht unter Windstärken, die Warnschwellen unter Sturm. Wie die Startseite Wind für deinen Ort holt, steht in der Methodik.