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Wissen · Wo Luftmassen aufeinandertreffen

Luftmassen & Fronten

Das meiste Wetter der mittleren Breiten entsteht dort, wo Luftmassen verschiedener Herkunft aufeinandertreffen — an den Fronten. Diese Seite erklärt, was eine Luftmasse ist, was Warmfront, Kaltfront und Okklusion unterscheidet und wie man sie an ihren Kartensymbolen erkennt. Jede Angabe wörtlich aus dem DWD-Wetterlexikon. Das Lesen einer Karte zeigt die Seite Wetterkarte.

Was eine Luftmasse ist

„Eine größere Ansammlung von Luft, die durch eine einheitliche oder ähnliche Temperatur bzw. Temperaturschichtung und Feuchtigkeit charakterisiert ist.“ — DWD

Eine Luftmasse trägt die Eigenschaften ihres Herkunftsgebiets. Der DWD unterscheidet auf der kalten Seite Arktik- (A) und Polarluft (P), auf der warmen Subtropen- (S) und Tropikluft (T) — jeweils maritim (m, feucht vom Meer) oder kontinental (k/c, trocken vom Land). So entstehen Kürzel wie mP (maritime Polarluft) oder cT (kontinentale Tropikluft).

Die Front — die Grenze dazwischen

„Einen mehr oder weniger breiten Übergangsbereich (20 bis 200 km) zwischen zwei Luftmassen bezeichnet man als ‚Luftmassengrenze‘ oder als Front.“ — DWD

Genau hier ballt sich das Wetter: An Fronten liegen „markante Wettererscheinungen wie Regen-, Schnee- und Gewitterwolken“. Warm- und Kaltfront gehören dabei zum selben Tiefdruckgebiet; zwischen ihnen liegt der Warmsektor.

Dieses Bild von Luftmassen und Fronten ist rund hundert Jahre alt: Es entstand ab etwa 1919 in Bergen in Norwegen, in der Gruppe um Vilhelm und Jacob Bjerknes (Geschichte der Wettervorhersage).

Warmfront, Kaltfront, Okklusion

Warmfront — die sanfte

Hinter einer Warmfront folgt wärmere Luft. Sie ist leichter und gleitet auf die kalte Luft davor auf. Das ergibt laut DWD „eine typische Aufgleitbewölkung, die sich zuerst durch einzelne hohe Cirruswolken, Altocumulus, Stratus und schließlich durch Nimbostratus mit kräftigen, zum Teil länger andauernden Niederschlägen bemerkbar macht“ — also schichtförmige Wolken und langanhaltender, ruhiger Regen.

Kaltfront — die ruppige

„Die Kaltfront ist eine Luftmassengrenze, der im Allgemeinen eine Abkühlung folgt. Dabei schiebt sich kalte Luft keilförmig unter die wärmere Luftmasse“ (DWD). Die warme Luft wird kräftig gehoben → „Starke Quellbewölkung, einsetzende Schauer mit Gewittern und teilweise heftige Böen“. Also schauerartige, oft kurze, aber heftige Niederschläge statt Dauerregen.

Okklusion — wenn sich beide vereinen

Die Kaltfront ist schneller. Holt sie die Warmfront ein, entsteht eine Okklusion: „Der zwischen den Fronten liegende Warmsektor wird … immer mehr eingeengt, bis er vom Boden abhebt … aus ursprünglich zwei Fronten wurde eine einzige Bodenfront, die Okklusion“ (DWD) — das Reifestadium eines Tiefs.

Die Kartensymbole des DWD

In den Analysekarten des DWD erkennt man die Fronten an Farbe und Symbol:

Symbole und Farben nach den DWD-Analysekarten. Bei anderen Anbietern (TV, Zeitung) können Darstellung und Farben abweichen.

Eine Ebene höher: die Muster

Fronten sind die Grenzen zwischen Luftmassen — wo sie hinziehen, bestimmt die Strömung in der Höhe. Die vier Muster, aus denen die gefährlichen Lagen am häufigsten entstehen (Trog, Vb-Zugbahn, Omegalage, Kaltlufttropfen), erklärt Großwetterlagen.

Quellen

Alle Definitionen und Symbole aus dem DWD (Wetterlexikon und „Thema des Tages“):

Luftmasse · Luftmassengrenze / Front · Warmfront · Kaltfront · Okklusion · Kleine Synoptikkunde: Fronten (Symbole)

Verwandt: Wetterkarte lesen · Luftdruck, Hoch und Tief · Wie Wolken entstehen.