Was „Niederschlag“ überhaupt heißt
Der DWD definiert Niederschlag als „die Ausscheidung von Wasser aus der Atmosphäre im flüssigen und/oder festen Aggregatzustand, die man am Erdboden messen oder beobachten kann“. Wichtig und oft falsch gemacht: Es gibt nur zwei Zustände — flüssig und fest. Gefrierender Niederschlag ist kein dritter Zustand, sondern flüssiger Niederschlag, der erst beim Aufprall gefriert (siehe unten).
Nach der Art des Auftretens unterscheidet der DWD außerdem fallenden (z. B. Regen), aufgewirbelten (z. B. Schneetreiben), abgelagerten (z. B. Schneedecke) und abgesetzten Niederschlag (z. B. Reif). Die Tabelle unten zeigt die fallenden Arten.
Die Arten im Überblick
| Art | Zustand | Korngröße | Kurz erklärt (DWD) |
|---|---|---|---|
| Regen | flüssig | > 0,5–5 mm | Niederschlag in flüssiger Form, entsteht hauptsächlich in Mischwolken. |
| Sprühregen (Nieselregen) | flüssig | 0,1–0,5 mm | Gleichförmiger, feiner, dichter Niederschlag aus sehr kleinen Tröpfchen; meist aus Stratus oder Nebel. „Nieselregen“ ist die veraltete Bezeichnung. |
| Gefrierender Regen (Glatteisregen) | flüssig → fest am Boden | — | Unterkühlter Regen/Sprühregen, der flüssig fällt und beim Auftreffen auf Boden oder Gegenstände unter 0 °C sofort gefriert → Glatteis. |
| Schnee | fest | Kristalle/Flocken | Fester Niederschlag aus meist verzweigten Eiskristallen (hexagonale Plättchen, Säulen, Sternchen). |
| Schneeregen | Gemisch | — | Gleichzeitiges Fallen von Schnee und Regen — als Schauer oder Dauerniederschlag. |
| Graupel | fest | 2–5 mm | Runde, halbdurchsichtige oder undurchsichtige Körner aus Cumulonimbus. Zwei Arten: Frostgraupel und Reifgraupel. |
| Schneegriesel | fest | < 1 mm | Kleine, weiße, weiche, undurchsichtige Körner von schneeähnlicher Struktur; aus Stratus oder Nebel. Vom DWD nicht zu Graupel gezählt. |
| Hagel | fest | 5–50 mm (extrem > 10 cm) | Eiskugeln oder Eisklumpen aus hochreichenden Gewitterwolken (Cumulonimbus). |
| Eiskörner | fest | 1–4 mm | Gefrorene Regentropfen — harte, kugelförmige Körner, die schon in der Luft gefroren sind. |
Frostgraupel = halbdurchsichtige, runde, nasse Körner (springen beim Aufprall hoch, ohne zu zerfallen). Reifgraupel = weiße, spröde, undurchsichtige, rundliche Körner von schneeähnlicher Beschaffenheit. Beide 2–5 mm.
Die drei häufigsten Verwechslungen
Graupel ist nicht Schneeregen
Schneeregen ist ein Gemisch aus gleichzeitig fallendem Schnee und Regen. Graupel dagegen sind feste Einzelkörner (2–5 mm) aus einer Gewitterwolke — kein Gemisch, sondern eine eigene feste Niederschlagsart.
Gefrierender Regen ist nicht dasselbe wie Eiskörner
Beim gefrierenden Regen fällt der Tropfen flüssig und gefriert erst beim Aufprall auf den kalten Boden — das ergibt Glatteis. Eiskörner sind dagegen bereits in der Luft gefrorene Regentropfen und kommen schon als harte Körner unten an. Gleiche Zutat, unterschiedlicher Moment des Gefrierens.
Ab wann wird Graupel zu Hagel?
Der DWD zieht die Grenze bei 5 mm: „Erreichen Graupelkörner bei längeren Wachstumszeiten im Aufwind größere Durchmesser als 5 mm, dann werden sie als Hagel bezeichnet.“ Hagel selbst ist mit 5–50 mm definiert und fällt vor allem im warmen Halbjahr aus kräftigen Gewittern (→ Gewitter, Hitzegewitter).
Quellen
Alle Definitionen, Zustände und Korngrößen stammen wörtlich aus dem Wetterlexikon des Deutschen Wetterdienstes:
Niederschlag · Sprühregen · Gefrierender Regen · Schnee · Frostgraupel · Schneegriesel · Hagel (sowie die Lexikoneinträge zu Regen, Schneeregen, Graupel, Reifgraupel und Eiskörnern).
Die Korngrößen sind amtliche Definitionswerte des DWD und keine Messung dieser Seite. Wie die Startseite tatsächlich misst und rechnet, steht unter Methodik & Quellen.