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Wolken & optische Phänomene

Wolken sind der sichtbarste Teil des Wetters — und sie verraten mehr, als man denkt. Diese Seite erklärt, wie Wolken überhaupt entstehen, was sich hinter den zehn Wolkengattungen und den drei Höhenstockwerken verbirgt, und was eine Wolke über das kommende Wetter sagt. Zum Schluss die Physik hinter den schönen Erscheinungen am Himmel: Regenbogen, Halo und Nebensonnen, Korona und Dämmerungsfarben — korrekt, aber verständlich.

Wie Wolken entstehen

Luft enthält immer etwas Wasser — als unsichtbaren Wasserdampf. Wie viel Dampf die Luft höchstens fassen kann, hängt an ihrer Temperatur: Warme Luft kann viel Feuchte halten, kalte Luft nur wenig. Eine Wolke entsteht, wenn Luft so weit abkühlt, dass ihr Dampf nicht mehr unsichtbar bleiben kann.

Der häufigste Weg dorthin ist aufsteigende Luft. Steigt ein Luftpaket auf — weil es am Boden erwärmt wurde, an einem Gebirge hochgezwungen oder an einer Front angehoben wird —, dehnt es sich in der dünneren Höhenluft aus und kühlt dabei ab. Sinkt die Temperatur bis auf den Taupunkt, ist die Luft gesättigt: Der Wasserdampf kondensiert an winzigen Schwebeteilchen zu unzähligen kleinen Wassertröpfchen (oder, weiter oben, zu Eiskristallen). Diese Tröpfchen zusammen sind die Wolke. Die Höhe, in der das passiert, ist die Wolkenuntergrenze.

Für Quellwolken lässt sich diese Höhe grob ausrechnen: etwa 125 m je Grad Abstand zwischen Temperatur und Taupunkt am Boden. Das übernimmt der Wolkenbasis-Rechner — mit Spanne, offenem Rechenweg und den Wetterlagen, in denen die Faustregel nicht gilt.

Deshalb stehen an schwülen Sommertagen über erhitzten Flächen Quellwolken, während ein absinkendes Hoch den Himmel räumt: absinkende Luft erwärmt sich und löst Wolken auf. Die Begriffe Taupunkt, Kondensation und Sättigung stehen kurz erklärt im Glossar; wie aus diesem Aufsteigen eine ganze Vorhersage wird, zeigt die Seite Wie eine Vorhersage entsteht.

Schematischer Schnitt: warme, feuchte Luft steigt vom Boden auf, kühlt beim Aufsteigen ab und bildet ab der Höhe des Taupunkts eine Wolke; darunter die unsichtbare feuchte Luft, darüber die sichtbare Wolke. Boden — warme, feuchte Luft Höhe des Taupunkts — hier kondensiert der Dampf Wolke aufsteigende Luft, kühlt ab schematisch — nicht maßstabsgetreu, keine Achsen
Aufsteigende feuchte Luft kühlt ab; erreicht sie den Taupunkt, kondensiert der Wasserdampf und wird als Wolke sichtbar. Bewusst schematisch, ohne Maßstab.

Die zehn Wolkengattungen und die drei Stockwerke

Wolken sehen unendlich verschieden aus, aber die internationale Klassifikation (festgelegt im Internationalen Wolkenatlas der Weltorganisation für Meteorologie, WMO) ordnet sie in genau zehn Gattungen. Ihre lateinischen Namen setzen sich aus wenigen Bausteinen zusammen: Cirrus (Faser, Feder) für hohe Eiswolken, Cumulus (Haufen) für Quellwolken, Stratus (Schicht) für flächige Bewölkung, Nimbus (Regen) für Niederschlagswolken und Alto- (hoch) für die mittlere Etage.

Nach der Höhe ihrer Untergrenze teilt man die Gattungen in drei Stockwerke (Etagen). Die Höhen überlappen und verschieben sich mit der geografischen Breite — in den Tropen reichen Wolken höher als an den Polen. Die Zahlen unten sind die Größenordnung für die gemäßigten Breiten (also für Mitteleuropa) nach dem WMO-Wolkenatlas; sie sind Richtwerte, keine scharfen Grenzen.

Schematischer Höhenschnitt der Atmosphäre mit den drei Wolkenstockwerken: unten die tiefen Wolken bis etwa 2 km (Stratus, Stratocumulus, Cumulus), in der Mitte die mittelhohen Wolken 2 bis 7 km (Altocumulus, Altostratus), oben die hohen Eiswolken 5 bis 13 km (Cirrus, Cirrocumulus, Cirrostratus); die Cumulonimbus-Wolke reicht als Turm durch alle Stockwerke. km 0 2 7 13 hohe Wolken mittelhohe Wolken tiefe Wolken Cirrus Cirrocumulus Cirrostratus Altocumulus Altostratus Stratus Cumulus Cumulonimbus schematisch — nicht maßstabsgetreu; Höhen als Richtwert für gemäßigte Breiten
Die drei Stockwerke und ihre Gattungen im Höhenschnitt. Die Höhen sind Richtwerte für Mitteleuropa und überlappen; der Cumulonimbus wächst als einziger durch alle Etagen. Bewusst schematisch, ohne Maßstab.

Was die Wolke übers Wetter verrät

Wolken sind eine Wettervorhersage zum Ansehen. Ziehen zuerst dünne Cirren auf, die zu einem Cirrostratus-Schleier verschmelzen, und wird dieser allmählich zu tieferem Altostratus und schließlich Nimbostratus — dann nähert sich meist eine Warmfront mit anhaltendem Landregen. Genau diese Abfolge und die Fronten dahinter erklärt die Seite Wie man eine Wetterkarte liest.

Türmen sich dagegen an einem schülen Nachmittag Cumulus-Wolken zu einem hohen Cumulonimbus mit Amboss, steht ein Gewitter bevor. Flache Stratocumulus-Decken bringen dagegen meist nur trübes, aber harmloses Wetter. Wichtig bleibt: Wolken zeigen den Trend — die verlässliche Warnung für deinen Ort steht live auf der Startseite.

Optische Phänomene am Himmel

Dieselben Wassertröpfchen und Eiskristalle, aus denen Wolken bestehen, lenken das Sonnen- und Mondlicht ab — und erzeugen dabei die schönsten Erscheinungen am Himmel. Dahinter stecken drei physikalische Vorgänge: Brechung (das Licht wird beim Übergang in Wasser oder Eis abgelenkt), Reflexion (es wird zurückgeworfen) und Beugung (es wird an winzigen Teilchen umgelenkt).

Schematischer Strahlengang in einem Regentropfen: Sonnenlicht tritt oben in den kugelförmigen Tropfen ein und wird gebrochen, an der Rückseite einmal reflektiert und beim Austritt erneut gebrochen; dabei wird das Licht in Farben aufgefächert und verlässt den Tropfen um rund 42 Grad gegenüber dem einfallenden Sonnenlicht in Richtung Auge des Beobachters. Regentropfen Sonnenlicht Brechung Reflexion innen Farben — zum Auge ~42° schematisch — nicht maßstabsgetreu; Winkel und Strahlengang nur zur Veranschaulichung
Strahlengang im Regentropfen: Brechung beim Eintritt, eine Reflexion an der Rückseite, Brechung beim Austritt — das Licht kehrt um rund 42° gegenüber der Sonnenrichtung zurück und wird dabei in Farben aufgefächert. Bewusst schematisch, der Strahlengang ist nicht exakt konstruiert.

Quellen

Die zehn Wolkengattungen und die drei Höhenstockwerke samt ihrer Höhenbereiche stammen aus dem Internationalen Wolkenatlas der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Die genannten Höhen (hohe Wolken rund 5–13 km, mittelhohe 2–7 km, tiefe bis etwa 2 km) sind die Richtwerte für die gemäßigten Breiten; sie überlappen und ändern sich mit der geografischen Breite (Tabelle der Etagen im Wolkenatlas):

https://cloudatlas.wmo.int/en/clouds-genera.html

Die Winkel der optischen Phänomene sind gegen das DWD-Wetterlexikon geprüft: der Hauptregenbogen bei rund 40–42° (Rot außen bei etwa 42°), der Nebenregenbogen bei 50–54°, die Sonne dabei im Rücken; der Halo als 22°-Ring aus hexagonalen Eiskristallen (Brechzahl von Eis ≈ 1,31) in Cirrus/Cirrostratus in 8–12 km Höhe:

https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/lexikon_node.html (Einträge „Regenbogen“ und „Halo-Erscheinungen“)

Alle Höhen und Winkel sind bewusst als Größenordnung gekennzeichnet, nicht als exakte Werte; die Schema-Skizzen sind nicht maßstabsgetreu. Fachbegriffe wie Taupunkt und Kondensation stehen im Glossar, die Herkunft der Daten der Startseite unter Methodik & Quellen.