Ein Sturm, drei Namen
Der DWD ordnet tropische Wirbelstürme nach dem Ort: Hurrikan „(Atlantik, Nordost-Pazifik)“, Taifun „(Nordwest-Pazifik)“, Zyklon „(Indik, Südwest-Pazifik)“ — und „Bagyo (nur im Bereich der Philippinen)“. Nach Stärke unterscheidet der DWD (Nordhalbkugel, 1-Minuten-Mittelwind): „Tropische Depression … bis 62 km/h“, „Tropischer Sturm … von 63 bis 118 km/h“, „Tropischer Orkan (stark, Windgeschwindigkeiten ab 119 km/h)“.
Wie sie entstehen — und warum nicht am Äquator
Der Treibstoff ist warmes Meer. Der DWD nennt als Bedingungen eine „Meeresoberflächentemperatur von mindestens 26 °C bis zu einer Tiefe von rund 50 m“, eine „geringe vertikale Windscherung … (kleiner als 37 km/h)“ und — entscheidend — „eine gewisse Entfernung vom Äquator (ca. 500 km) wegen der Corioliskraft“.
„Da Richtung Äquator die Corioliskraft abnimmt und an diesem verschwindet, kann sich eine zyklonale Rotation und damit ein tropischer Wirbelsturm erst ab einem Abstand von 5 – 8 Grad vom Äquator bilden.“ — DWD
Der Aufbau: das ruhige Auge
Im Zentrum liegt das Auge — „Der Durchmesser des Auges beträgt 15 bis 30 km“ (DWD), dort ist es fast windstill. Direkt darum die Augenwand („Eyewall“): „In der das Auge umgebenden Eyewall treten die höchsten Windgeschwindigkeiten und die stärksten Niederschläge auf“. Nach außen ordnen sich die Gewitterzellen „in spiralartigen Bändern“ an.
Die Saffir-Simpson-Skala
Sie stuft einen Hurrikan nach dem maximalen anhaltenden Wind ein — laut US-Hurricane-Center „a 1 to 5 categorization based on the hurricane's intensity“. Ab Kategorie 3 gilt er als „major“ (schwerer) Hurrikan.
Kommt so etwas nach Deutschland?
Direkt nicht — das Meer bei uns ist zu kalt. Ein Ex-Hurrikan wird auf dem Weg über den Nordatlantik „in ein außertropisches Tiefdruckgebiet umgewandelt“ und verliert „seinen warmen Kern, da die Wassertemperaturen des Atlantiks nicht mehr ausreichten“ (DWD). Solche umgewandelten Tiefs können dann aber „maßgeblich Einfluss auf unser Wetter in Mitteleuropa nehmen“ — als kräftige Herbststurmtiefs (siehe Sturm).
Ehrlich zu den Zahlen: Die Meerestemperatur-Schwelle wird je nach Quelle mit 26 °C (DWD-Klimaüberwachung), oft ~26,5 °C oder ~27 °C angegeben — hier steht der hart belegte DWD-Wert. Die Saffir-Simpson-Grenzen gelten für den 1-Minuten-Mittelwind (USA); WMO/DWD nutzen teils den 10-Minuten-Mittelwind, die Grenzen sind also nicht 1:1 übertragbar. Die Skala bewertet nur den Wind — Sturmflut, Regen und Tornados nicht.
Quellen
Definitionen und Entstehung vom DWD, die Saffir-Simpson-Skala vom US National Hurricane Center (NOAA):
DWD-Glossar: Tropische Wirbelstürme · DWD-Glossar: Hurrikan · DWD: Tropische Wirbelstürme (Entstehung, Aufbau) · DWD, Thema des Tages: Ex-Hurrikane über Europa · NOAA/NHC: Saffir-Simpson Hurricane Wind Scale
Verwandt: Sturm · Gewitter · Globale Zirkulation · Windstärken (Beaufort).