Was der UV-Index ist
Der UV-Index (kurz UVI) ist ein Maß für
die sonnenbrandwirksame ultraviolette Strahlung. Er wurde von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeinsam mit der Weltorganisation für Meteorologie
(WMO), dem UN-Umweltprogramm (UNEP) und der Strahlenschutzkommission ICNIRP als weltweit
einheitlicher Standard festgelegt — ein Wert in Deutschland ist damit direkt mit einem im
Ausland vergleichbar.
Angegeben wird der Tageshöchstwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung: also der stärkste Wert des Tages, der typischerweise um den Sonnenhöchststand herum (mittags) erreicht wird. Die Skala beginnt bei 0 und ist nach oben offen; in Deutschland liegt der Sommer-Höchstwert meist bei etwa 7 bis 8, in den Hochlagen der Alpen etwas darüber. Wichtig: Die Strahlung nimmt mit der Höhe zu — um etwa 8 bis 10 % je 1000 Meter. Was sich am Berg außer der UV-Strahlung noch ändert — Temperatur, Wind, Gewitter —, sammelt Bergwetter.
Zwei Quellen, zwei Spannen: Die 8–10 % stehen beim DWD. Die WHO nennt in ihrer Anleitung zum UV-Index wörtlich „With every 1000 metres increase in altitude, UV radiation levels increase by 10% to 12%.“ Beide Angaben sind belegt und decken sich nicht ganz. Wir schreiben deshalb beide hin, statt uns eine auszusuchen — wer in die Berge fährt, rechnet besser mit dem oberen Ende.
Die Skala — fünf Kategorien mit festen Farben
Der UV-Index wird in fünf Belastungskategorien eingeteilt, jede mit einer festen Farbe. Diese Farbskala ist Teil des international einheitlichen Standards und beim DWD wie bei der WHO gleich. Die empfohlenen Schutzmaßnahmen unten stehen wörtlich in der Kategorientabelle des DWD.
-
0–2 Niedrig Farbe grün
- Gefährdung
- keine bis gering
- Schutz
- nicht erforderlich
-
3–5 Mittel Farbe gelb
- Gefährdung
- mittel
- Schutz
- erforderlich
-
6–7 Hoch Farbe orange
- Gefährdung
- hoch
- Schutz
- erforderlich
-
8–10 Sehr hoch Farbe rot
- Gefährdung
- sehr hoch
- Schutz
- unbedingt erforderlich
-
11+ Extrem Farbe violett
- Gefährdung
- extrem
- Schutz
- Schutzmaßnahmen sind ein Muss
Kategorien, Zahlenbereiche, Farben und Schutzempfehlungen wörtlich aus der UV-Index-Kategorientabelle des DWD, die dem international einheitlichen Standard von WHO, WMO, UNEP und ICNIRP folgt. Anders als bei Gewitter, Sturm oder Glätte sind das keine vier DWD-Warnstufen (gelb/ocker/rot/violett), sondern die fünf Kategorien der UV-Skala.
Sonnenbrand, Hauttyp und Schutz — sachlich
Der UV-Index sagt, wie stark die Strahlung ist — nicht, wie schnell du einen Sonnenbrand bekommst. Das hängt zusätzlich vom Hauttyp ab: Helle, empfindliche Haut ist bei gleichem UV-Index deutlich früher betroffen als dunklere. Der gleiche Wert 7 ist also für verschiedene Menschen unterschiedlich schnell kritisch.
- Faustregel Schatten
- Ab UV-Index 3 lohnt sich Schutz (Schatten, Kleidung, Sonnencreme), ab 8 ist er dringend geboten — das entspricht der Anzeige im Arsenal der Startseite.
- Lichtschutzfaktor
- Als grobe Orientierung empfiehlt der DWD einen Lichtschutzfaktor etwa in Höhe des doppelten UV-Index-Werts.
- Kleinkinder
- Kleinkinder bis zu einem Jahr sollten überhaupt nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden.
- Reihenfolge
- Wirksamer als Creme allein: der Sonne ausweichen (Schatten, Mittagszeit meiden), dann Kleidung und Hut, dann Sonnencreme auf dem, was frei bleibt.
Sonnenbrand ist nicht nur ein Tagesschaden: Wiederholte UV-Überdosis, besonders Sonnenbrände in der Kindheit, erhöhen das Hautkrebsrisiko. Deshalb ist der UV-Index als Gesundheits-Kennzahl gedacht, nicht als Schlechtwetter-Warnung.
Wie der DWD ihn berechnet — und warum er eine Vorhersage ist
Der UV-Index wird nicht einfach gemessen und angezeigt, sondern berechnet und vorhergesagt. Der DWD ermittelt ihn aus dem Sonnenstand, den Ergebnissen seiner numerischen Wettervorhersage (insbesondere der Bewölkung), den Ozonvorhersagen des niederländischen Wetterdienstes (KNMI) und einer Aerosol-Klimatologie. Das Ozon gehört dazu, weil die Ozonschicht in der Stratosphäre den größten Teil der UV-B-Strahlung schluckt; wie sie funktioniert und wie weit sie sich vom Ozonloch erholt hat, erklärt Ozonschicht & Ozonloch. Aktualisiert werden die Vorhersagekarten in der Regel täglich am Vormittag.
Daraus folgt der ehrliche Teil — und hier passt die UV-Strahlung genau zur These dieser Seite: Der angezeigte Wert ist ein berechneter Tageshöchstwert unter bestimmten Annahmen, meist für einen klaren oder gering bewölkten Himmel. Zieht tagsüber dichte Bewölkung auf, liegt die tatsächliche Strahlung darunter; umgekehrt heben helle Wolkenränder und die Reflexion an Schnee, Sand oder Wasser sie an. Der UV-Index ist also eine gute Orientierung für die Größenordnung — aber keine auf die Kommastelle garantierte Messung des Moments.
Zwei Regelmäßigkeiten sind dagegen robust und nicht vom Wetterzufall abhängig: Hohe Werte gibt es vor allem von Frühjahr bis Spätsommer und rund um die Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht. Im Winter und in den Morgen- und Abendstunden bleibt der UV-Index niedrig, selbst bei wolkenlosem Himmel — weil dann der flache Sonnenstand die Strahlung dämpft.
Kurz gesagt
Der UV-Index ist eine Berechnung und Vorhersage, kein gemessener Ist-Wert. Verlässlich ist die Größenordnung und der Rhythmus: hoch im Sommer und mittags, niedrig im Winter und am Rand des Tages. Die reale Strahlung hängt zusätzlich an der aktuellen Bewölkung, der Höhe und der Reflexion am Boden.
Aktueller Wert für deinen Ort
Die Startseite zeigt im Arsenal den aktuellen UV-Index für deinen Ort auf einer Skala bis 11+ — mit dem knappen Hinweis, dass sich ab 3 Schatten lohnt und ab 8 sehr.
Vier Regeln der WHO, die selten mitgeliefert werden
- Der Wert wird auf eine ganze Zahl gerundet. Wörtlich: „The UVI should be presented as a single value rounded to the nearest whole number.“ Erst damit ist klar, in welche Stufe ein Wert wie 5,75 fällt — nämlich in hoch, nicht in mittel.
- Zeitangaben zum Sonnenbrand sind ausdrücklich nicht empfohlen. Die Anleitung führt dazu einen eigenen Abschnitt: „REPORTING BURN TIMES IS NOT RECOMMENDED.“ Begründung dort: Menschen lesen aus einer solchen Zahl eine Erlaubnis heraus. Deshalb steht auf dieser Seite keine Eigenschutzzeit — nicht aus Vorsicht, sondern weil die Stelle, die die Skala definiert hat, davon abrät.
- Der Index gilt für eine waagerechte Fläche („relevant to and defined for a horizontal surface“, ISO 17166:1999). Ein Gesicht oder eine Hauswand steht senkrecht und bekommt je nach Sonnenstand deutlich weniger oder mehr ab.
- Reflexion in Zahlen: frischer Schnee wirft bis zu 80 % der UV-Strahlung zurück, trockener Strandsand rund 15 %, Gischt etwa 25 %. Der Abschnitt oben nennt die Reflexion nur qualitativ; das sind die belegten Werte dazu.
Quellen
Die UV-Index-Kategorien, ihre Zahlenbereiche (0–2, 3–5, 6–7, 8–10, 11+), die Farben (grün, gelb, orange, rot, violett) und die Schutzempfehlungen stammen aus den Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum UV-Index, der dem international einheitlichen Standard von WHO, WMO, UNEP und ICNIRP folgt:
https://www.dwd.de/DE/leistungen/gefahrenindizesuvi/gefahrenindexuvi.html
https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/ku_beratung/gesundheit/uv/information_node.html
Die Angaben zur Berechnung (Sonnenstand, numerische Wettervorhersage, KNMI-Ozonvorhersage, Aerosol-Klimatologie) und die Höhenzunahme von etwa 8–10 % je 1000 m stammen aus denselben DWD-Quellen. Herkunft und Grenzen des auf der Startseite gezeigten UV-Werts stehen unter Methodik & Quellen.
Die wörtlichen Zitate oben stammen aus der Primärquelle, in der die Skala festgelegt wurde: WHO, WMO, UNEP und ICNIRP, Global Solar UV Index — A Practical Guide, Genf 2002 (WHO/SDE/OEH/02.2, ISBN 92 4 159007 6), who.int. Stufengrenzen (Tabelle 1), Rundungsregel und Burn-Times auf S. 6, Höhen- und Reflexionswerte auf S. 2, die Definition für die waagerechte Fläche in Anhang C. Abgerufen und Wort für Wort gegengelesen am 01.08.2026.
Wie viel die Bewölkung von diesem Wert tatsächlich wegnimmt, rechnet Was die Wolken vom UV-Index wegnehmen für einen frei wählbaren Ort aus.