Windrose für deinen Ort
Aus welcher Richtung der Wind bei dir tatsächlich kommt — nicht heute, sondern über dreißig Jahre gemittelt. Jeder Keil zeigt eine Himmelsrichtung, seine Länge die Häufigkeit, seine Farbabschnitte die Stärke. Wo die Rose eine Schlagseite hat, liegt meist eine Landschaft dahinter: ein Tal, eine Bergkette, eine Küste.
Drei Vorbehalte, ohne die die Rose lügt
- Gemittelter Wind, keine Böen. Gezeigt wird das Tagesmaximum der Windgeschwindigkeit in zehn Metern Höhe, nicht die Spitzenböe. Wer aus einer Reihe ohne Werte über 60 km/h schließt, hier gäbe es keine Stürme, liest sie falsch: Böen liegen deutlich darüber. Was ein Sturm amtlich ist, steht auf Sturm; gemessene Höchstwerte auf Wetterrekorde.
- Eine Richtung je Tag. Die Quelle liefert die vorherrschende Richtung des Tages, nicht die Verteilung über 24 Stunden. Ein Tag, an dem der Wind dreht, wird auf einen einzigen Sektor gebucht.
- Das Gitter glättet. Eine Reanalyse rechnet auf einem groben Raster. Täler, Hänge und Bebauung lenken den Wind vor Ort viel stärker, als hier zu sehen ist — die Rose zeigt die großräumige Anströmung, nicht den Wind in deiner Straße. Auch Seewind und Talwind, die nur einige Stunden am Tag wehen, gehen in einer Richtung je Tag unter (Lokale Winde).
Wie man eine Windrose liest
- Die Richtung ist die Herkunft. Ein Westwind kommt aus Westen, er weht nicht dorthin. So ist es auch im Wetterbericht gemeint.
- Die Länge ist Häufigkeit, nicht Stärke. Ein langer Keil heißt: Aus dieser Richtung kommt der Wind oft. Wie kräftig, sagen erst die Farben.
- Interessant ist die Kombination. An vielen Orten kommt der starke Wind fast ausschließlich aus ein oder zwei Richtungen, während die übrigen Sektoren nur schwache Tage beisteuern. Das steht im Text über der Rose, sofern die Reihe genug starke Tage hergibt.
- Die Ringe sind Prozent der Tage, nicht Geschwindigkeit. Sie sind beschriftet.
Quellen und Weiterlesen
Daten: ERA5-Reanalyse (Copernicus Climate Change Service / ECMWF) über die keyless
Archiv-Schnittstelle von Open-Meteo,
Lizenz CC BY 4.0. Verwendet werden die Tagesfelder wind_speed_10m_max und
wind_direction_10m_dominant, das Modell ist fest auf ERA5 gesetzt, damit
dieselbe Abfrage morgen dasselbe liefert.
Was Windrichtungen bedeuten und wie sie zustande kommen, steht auf Windrichtung; die Stärkeskala auf Beaufort-Skala. Warum eine Reanalyse keine Messung ist, erklärt der Kasten auf Klimastreifen.