Temperatur: Schatten, Luft, Abstand
Der DWD misst die Lufttemperatur in 2 m Höhe, im Schatten, gut belüftet, über kurzem Gras und frei von Gebäuden. Jede dieser Bedingungen hat einen Grund — und jede verletzt die typische Hobbystation:
- Sonne auf dem Sensor. Ein Thermometer in der Sonne misst vor allem, wie stark es selbst aufgeheizt wird. Schon kurze Sonnenstrahlung am Nachmittag reicht für mehrere Grad zu viel. Abhilfe: ein Strahlungsschutz mit Lamellen, hell, auch von unten gegen Rückstrahlung geschützt.
- Hauswand und Balkon. Mauern speichern Wärme und geben sie abends und nachts wieder ab. Eine Station an der Wand misst deshalb vor allem nachts zu warm. Abhilfe: möglichst weit weg von Wänden, frei im Garten; auf dem Balkon wenigstens außen am Geländer, nicht in der Ecke.
- Keine Luftbewegung. Ohne Wind heizt sich die Luft im Gehäuse auf. Profi-Stationen haben Lüfter; bei Hobbystationen hilft ein offenes Gehäuse an einer luftigen Stelle.
- Falscher Untergrund. Über Asphalt, Kies oder einem Flachdach wird es tags deutlich wärmer als über Rasen. Das ist echt — nur eben nicht die Lufttemperatur, die der DWD meint (Stadtklima).
Regen: frei stehen lassen
Ein Regenmesser fängt nur, was senkrecht hineinfällt. Bäume, Dachvorsprünge und Wände schatten ihn ab oder leiten zusätzliches Wasser hinein; Wind weht Tropfen an der Öffnung vorbei. Deshalb: frei aufstellen, waagerecht, mit Abstand zu allem, was höher ist — als Faustregel mehrere Hindernishöhen entfernt. Selbst der DWD fängt bei Wind systematisch zu wenig auf; wie groß dieser Fehler ist, steht auf Niederschlagsmessung.
Wind: das Schwierigste
Wetterdienste messen den Wind in rund 10 m Höhe über freiem Gelände. Im Garten zwischen Häusern und Hecken misst ein Windmesser in 2 m Höhe nur einen Bruchteil davon und dazu verwirbelte Richtungen. Ein Hobby-Windmesser zeigt deshalb fast immer weniger als die Warnung oder die App — das heißt nicht, dass die Warnung übertrieben war. Was die Werte bedeuten, erklären Windrichtung & Böen und Beaufort-Skala.
Luftdruck: die Höhe muss stimmen
Das Barometer ist der genügsamste Sensor: Sonne und Hauswand spielen für den Luftdruck kaum eine Rolle. Heikel ist die Umrechnung auf Meereshöhe, die Heimstationen oft als „relativen“ Druck anzeigen. Ist die Höhe um 10 m falsch eingetragen, verschiebt das den Wert in Meeresnähe um gut 1 hPa, und ein fest eingestellter Aufschlag stimmt nur bei einer Temperatur: In 500 m Höhe liegen zwischen −10 und +30 °C rund 9 hPa. Wie man richtig umrechnet und die eigene Station mit der nächsten DWD-Station vergleicht, zeigt der Luftdruck-Rechner.
Ehrlich: Was eine Hobbystation nicht kann
Auch perfekt aufgestellt bleibt ein günstiger Sensor ungenauer als eine geprüfte DWD-Station, und niemand prüft seine Werte nach. Das macht ihn nicht wertlos: Er zeigt dein Mikroklima — den kalten Talboden, den warmen Innenhof. Nur ist das eine andere Größe als die Temperatur, mit der diese Seite ihre Vorhersagen nachprüft. Deshalb misst sie gegen die nächste DWD-Station und sagt dazu, wie weit die entfernt ist (Das DWD-Messnetz).
Quellen
DWD, Wetterlexikon (Lufttemperatur, Niederschlagsmessung) — dwd.de; ausführlich belegt auf Temperaturmessung und Niederschlagsmessung.
WMO, Leitfaden zu meteorologischen Instrumenten und Messmethoden — wmo.int.
Die Aufstellhinweise sind zusammengefasst; genaue Abstände und Grenzwerte stehen im WMO-Leitfaden.