Wetter ist der Moment, Klima die Statistik
Wetter ist der Zustand der Atmosphäre an einem Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über wenige Tage: Temperatur, Regen, Wind, Bewölkung — genau das, was die Startseite live zeigt. Wetter kann sich von Stunde zu Stunde ändern und ist nur wenige Tage im Voraus einigermaßen berechenbar.
Klima dagegen ist keine Momentaufnahme, sondern die statistische Zusammenfassung des Wetters über einen langen Zeitraum — Mittelwerte, Extreme, Häufigkeiten. Der Deutsche Wetterdienst definiert Klima als die statistischen Gesamteigenschaften über einen „genügend langen Zeitraum“; üblich sind 30 Jahre. Ein einzelner heißer Tag ist Wetter; ob ein Ort insgesamt warm oder kühl, trocken oder feucht ist, ist Klima. Der oft zitierte Satz fasst es: Klima ist das, was man erwartet — Wetter ist das, was man bekommt.
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Wetter
Momentaufnahme, Stunden bis Tage. Veränderlich, nur kurzfristig vorhersagbar. Beispiel: „Heute 31 °C und ein Gewitter am Abend.“
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Klima
Statistik über lange Zeiträume, meist 30 Jahre. Träge, beschreibt das Typische. Beispiel: „Der Juli ist hier im Mittel der wärmste Monat.“
Die Klimanormalperiode: das Lineal für „normal“
Um zu sagen, ob ein Tag oder ein Monat „zu warm“ oder „normal“ war, braucht man einen festen Vergleichsmaßstab. Diesen liefert die Klimanormalperiode (auch klimatologische Referenzperiode) der Weltorganisation für Meteorologie (WMO): der Durchschnitt einer Klimagröße über 30 Jahre. 30 Jahre haben sich bewährt, weil sie lang genug sind, damit Mittelwerte verlässlich werden, aber kurz genug, dass genügend vollständige Messreihen vorliegen.
Die aktuelle Standard-Normalperiode ist 1991–2020. Seit 2015 definiert die WMO sie als den jeweils jüngsten 30-Jahres-Zeitraum, der in einem Jahr mit der Endziffer 0 endet (also …, 1961–1990, 1991–2020, demnächst 2001–2030), und aktualisiert ihn alle zehn Jahre — damit das „Normal“ das veränderliche Klima nachzeichnet. Die Normalperiode dient als Referenz: An ihr wird gemessen, was als Abweichung (Anomalie) gilt — also um wie viel ein Tag, Monat oder Jahr über oder unter dem langjährigen Mittel liegt.
Warum ausgerechnet 30 Jahre?
Weniger Jahre, und einzelne Ausreißerjahre verzerren den Durchschnitt; viel mehr, und man vermischt Zeiträume mit unterschiedlichem Klima und hat oft keine lückenlosen Messreihen. 30 Jahre sind der etablierte Kompromiss — ein Standard, kein Naturgesetz; die WMO nennt ausdrücklich auch kürzere Zeiträume als gebräuchlich.
Der Zeitraum ist damit festgelegt — die Zahl dafür noch nicht. Denn wer für einen Ort ein langjähriges Monatsmittel angibt, gibt immer auch an, aus welcher Datenreihe es stammt, und zwei Reihen können sich unterscheiden. Zwei Weltmodelle, ein Ort — wie weit liegen sie auseinander? stellt genau das nebeneinander: die Monatsmittel aus NASA POWER (aus MERRA‑2) und aus dem Open-Meteo-Archiv (aus ERA5), beide über denselben Zeitraum 2001–2020. Im flachen Land sind sich die beiden Weltmodelle bis auf Zehntelgrad einig (Norderney −0,2 K, Hamburg +0,6 K), am Alpenrand liegen drei Grad dazwischen (Garmisch +3,1 K). Keine der beiden Zahlen ist die Wahrheit — beides sind Modelle, und die Spanne dazwischen ist die ehrlichste Aussage.
Das Klimadiagramm lesen
Ein Klimadiagramm fasst das typische Jahr eines Ortes in einem Bild zusammen: den Jahresgang von Temperatur und Niederschlag über die zwölf Monate, gemittelt über die Normalperiode. Auf der waagerechten Achse stehen die Monate. Es gibt zwei senkrechte Achsen: die Temperatur als Kurve (oft rot) und den Niederschlag als Säulen (oft blau). So sieht man auf einen Blick, wann es warm und wann es nass ist — und ob es etwa eine Trocken- oder Regenzeit gibt.
Die Klima-Kennzahlen des Arsenals
Im Arsenal steht der Block „Heute gegen den Durchschnitt“. Er ordnet den heutigen Tag in das lokale Klima ein und zeigt drei Zahlen:
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Heute
Der für heute erwartete Tageshöchstwert der Temperatur an deinem Ort.
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Sonst um diese Zeit
Der langjährige Durchschnitt des Tageshöchstwerts für diesen Kalendertag — also der „normale“ Wert, an dem sich heute misst.
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Unterschied
Die Abweichung zwischen beiden, in Kelvin (K) — ein Temperaturunterschied von 1 K entspricht 1 °C. Ein Pluswert heißt wärmer als üblich, ein Minuswert kühler.
Ehrlich dazu, wie diese Seite den Durchschnitt bildet: Sie nimmt nicht die feste WMO-Normalperiode 1991–2020, sondern das Mittel der letzten 30 abgeschlossenen Jahre, und zwar der Tageshöchstwerte in einem Fenster von ±3 Tagen um den heutigen Kalendertag. Beides umfasst 30 Jahre; der Unterschied ist, dass dieses Fenster mit jedem Jahr mitwandert, während die WMO-Normalperiode bis zur nächsten Aktualisierung fest bei 1991–2020 steht. Der „Heute“-Wert stammt aus der Vorhersage, der Durchschnitt aus dem geprüften Klimaarchiv abgeschlossener Jahre. Details dazu stehen unter Methodik & Quellen.
Ein einzelner Tag ist kein Klima
Die Abweichung sagt nur, wie sich dieser eine Tag gegen sein langjähriges Mittel einordnet — nicht, ob sich das Klima ändert. Ein warmer Tag im Winter und ein kühler im Sommer sind Wetter. Erst viele Jahre aneinandergereiht ergeben eine Klimaaussage. Genau deshalb steht im Arsenal der nüchterne Satz, dass ein einzelner Tag kein Klima ist — er ordnet sich nur ein.
Quellen
Die Definition der klimatologischen Standard-Normalperiode (30 Jahre, aktuell 1991–2020, Aktualisierung alle zehn Jahre, Endziffer 0) stammt von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO):
https://wmo.int/wmo-climatological-normals
Die Definition von Klima (statistische Zusammenfassung des Wetters über einen genügend langen Zeitraum, im Allgemeinen 30 Jahre — die Normalperiode) folgt dem Wetter- und Klimalexikon des Deutschen Wetterdienstes (DWD):
https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/begriffe/K/Klima.html
https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/begriffe/K/Klimatologische_Referenzperiode.html
Wie die Startseite den „Durchschnitt“ konkret bildet (Mittel der letzten 30 abgeschlossenen Jahre, ±3 Tage um den Kalendertag, Archivwerte abgeschlossener Jahre), steht unter Methodik & Quellen. Die Begriffe rund um Wetter, Klima und Vorhersage sammelt das Glossar.