Klimastreifen für deinen Ort
Der Rest dieser Seite handelt von den nächsten sieben Tagen. Diese hier schaut zurück: ein Farbstreifen je Jahr seit 1950, für jeden Ort, den die Reanalyse abdeckt. Blau heißt kühler als früher, rot wärmer. Darunter stehen dieselben Zahlen als Diagramm — und die Kenntage, die man tatsächlich merkt: heiße Tage, Frosttage. Über den Schalter gibt es dieselbe Reihe für den Niederschlag — mit eigener Farbskala, eigenen Zahlen und eigenen Vorbehalten.
Bevor du die Farben liest: woher die Zahlen kommen
Diese Seite zeigt keine Thermometerwerte. Die Quelle ist die ERA5-Reanalyse, erstellt vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) für den Copernicus-Klimadienst und hier über Open-Meteo abgerufen. Eine Reanalyse rechnet ein Wettermodell durch die Jahrzehnte und zwingt es dabei fortlaufend an alle verfügbaren Beobachtungen — Stationen, Ballone, Schiffe, später Satelliten.
- Der Vorteil: eine lückenlose, weltweit gleich gerechnete Reihe. Auch für Orte, an denen nie eine Station stand.
- Die Grenze: Es bleibt eine Rekonstruktion. Für einen einzelnen Tag an einem einzelnen Ort kann sie danebenliegen — je weiter zurück und je dünner das Beobachtungsnetz, desto eher.
- Der Gitterpunkt ist nicht dein Ort. Die Abfrage rastet auf ein Gitter ein und bringt eine eigene Geländehöhe mit. Beides steht unten in der Tabelle — bei Bergorten weicht die Höhe schnell um mehrere hundert Meter ab.
- Wir pinnen das Modell fest (
models=era5). Ohne diese Angabe wählt Open-Meteo selbst aus mehreren Reanalysen und liefert für denselben Tag leicht andere Werte. Nachgeprüft am 31.07.2026 für Karlsruhe, Tagesmittel des 1. Juli 2024: 17,6 °C mit fest gewähltem ERA5 gegenüber 17,5 °C ohne Angabe. Ein Zehntelgrad ist wenig — aber eine Zahl, die sich beim nächsten Abruf ändern kann, ist auf dieser Seite nichts wert.
Wie groß der Abstand zwischen zwei Rekonstruktionen werden kann, wenn man nicht zwei Reanalysen desselben Hauses nimmt, sondern zwei voneinander unabhängige Weltmodelle, zeigt Zwei Weltmodelle, ein Ort — wie weit liegen sie auseinander?: die langjährigen Monatsmittel aus NASA POWER (aus MERRA‑2) neben denen aus dem Open-Meteo-Archiv (aus ERA5), beide über 2001–2020. Im flachen Land bleibt es beim Zehntelgrad (Norderney −0,2 K, Hamburg +0,6 K), am Alpenrand sind es drei Grad (Garmisch +3,1 K) — und damit genau dort am meisten, wo auch der Gitterpunkt am weitesten vom wirklichen Ort abweicht.
Was diese Streifen können — und was nicht
- Ein einzelnes Jahr ist Wetter. Ein kühles Jahr widerlegt nichts, ein heißes beweist nichts. Aussagekräftig ist der Vergleich zweier 30-Jahre-Mittel; beide stehen in der Zahlentabelle.
- Die Referenzperiode bestimmt das Bild. Wir vergleichen mit der WMO-Klimareferenzperiode 1961–1990. Mit einer späteren Referenz wären dieselben Daten insgesamt weniger rot — die Farbe ist eine Aussage relativ zu einem gewählten Zeitraum, kein absoluter Messwert.
- Die Farbskala ist symmetrisch und richtet sich nach der größten Abweichung der jeweiligen Reihe. Warm und kalt wirken dadurch gleich stark. Ein Ort mit insgesamt kleinen Schwankungen bekommt trotzdem kräftige Farben — die Skala zeigt Verhältnisse innerhalb dieses Ortes, nicht zwischen zwei Orten.
- Kein Trend, keine Glättung, keine Prognose. Wir zeichnen die Jahre, wie sie sind. Eine Trendlinie würde eine Genauigkeit suggerieren, über die wir hier nicht reden wollen.
- Kenntage hängen an der Gitterhöhe. Liegt der Gitterpunkt höher als der reale Ort, zählt die Reanalyse zu wenige heiße Tage — und umgekehrt.
Quellen und Weiterlesen
Daten: ERA5-Reanalyse (Copernicus Climate Change Service / ECMWF), abgerufen über die keyless Archiv-Schnittstelle von Open-Meteo (Lizenz CC BY 4.0). Kein Zugangsschlüssel, kein eigener Server, keine Weitergabe deiner Eingaben.
Die Kenntage folgen den üblichen Definitionen des Deutschen Wetterdienstes: Sommertag ab 25 °C Höchsttemperatur, heißer Tag ab 30 °C, Frosttag bei Tiefstwerten unter 0 °C, Eistag wenn schon der Höchstwert unter 0 °C bleibt. Erläutert im Glossar.
Wie diese Seite grundsätzlich mit Zahlen umgeht, steht in Methodik & Quellen. Der Unterschied zwischen Wetter und Klima ist auf Wetter und Klima erklärt, die Lage in Deutschland auf Klimawandel in Deutschland. Was die Erwärmung für die Heizsaison bedeutet — dieselbe ERA5-Reihe, gezählt als Gradtage je Winter seit 1950 und mit der laufenden Saison gegen das Mittel —, rechnet der Heizgradtage-Rechner vor. Wie stark und wie schnell sich das Klima früher geändert hat, von den Eiszeiten bis zum Jahr ohne Sommer 1816, steht auf Klimageschichte.