Sonnenlauf für deinen Ort

Fast jeder weiß, dass der kürzeste Tag im Dezember liegt. Kaum jemand weiß, dass an diesem Tag weder die Sonne am frühesten untergeht noch am spätesten aufgeht. Beides passiert an anderen Tagen — der früheste Untergang davor, der späteste Aufgang danach. Das ist kein Rundungsfehler und keine Marotte einer Zeitzone. Es steht in den Daten, und diese Seite rechnet es für deinen Ort nach.

Warum die drei Tage auseinanderfallen

Ein Sonnentag — von einem Höchststand der Sonne zum nächsten — ist nicht immer genau 24 Stunden lang. Die Erde läuft auf einer leicht elliptischen Bahn und ist im Januar der Sonne am nächsten, also dort am schnellsten; dazu steht ihre Achse schräg. Beides zusammen lässt den wahren Sonnentag im Dezember rund eine halbe Minute länger werden als 24 Stunden. Diese halben Minuten summieren sich.

Die Folge: Der Sonnenhöchststand wandert im Dezember Tag für Tag nach hinten. Und weil Aufgang und Untergang beide an diesem Höchststand hängen — der eine eine halbe Tageslänge davor, der andere eine halbe danach —, wandern sie mit.

Rund um die Sonnenwende ändert sich die Tageslänge fast nicht mehr; sie liegt ja an ihrem Tiefpunkt, und an einem Tiefpunkt ist eine Kurve flach. Damit gewinnt die Wanderung des Höchststands die Oberhand. Der Untergang dreht deshalb schon vor der Sonnenwende um, der Aufgang erst danach.

Das ist keine Herleitung, die man glauben muss: Die Tabelle oben zeigt den Sonnenhöchststand mit, so wie er sich aus den abgerufenen Zeiten ergibt. Man kann ihm beim Wandern zusehen.

Was hier bewusst nicht behauptet wird

Quellen und Weiterlesen

Daten: die keyless Archiv-Schnittstelle von Open-Meteo, Lizenz CC BY 4.0, Tagesfelder sunrise, sunset und daylight_duration in der Zeitzone des Ortes.

Wichtig zur Herkunft: Diese drei Felder sind astronomisch gerechnet und stammen nicht aus der ERA5-Reanalyse — ein Reanalyse-Modell enthält keine Auf- und Untergangszeiten. Hier stand zunächst „ERA5-Reanalyse (Copernicus / ECMWF)“, und das war eine falsche Herkunftsangabe. Nachgemessen am 01.08.2026: Dieselbe Abfrage mit models=era5, mit models=era5_land und ganz ohne Modellangabe rastet auf drei verschiedene Gitterpunkte und liefert trotzdem dieselbe Minute. Die Zeiten hängen also am Ort, nicht am Wettermodell. Die ERA5-Herkunft gilt für die Wetterfelder derselben Schnittstelle — etwa auf Klimastreifen und Windrose —, nicht für diese.

Wie lange die Sonne tatsächlich scheint — was etwas anderes ist als die Tageslänge —, steht auf Sonnenscheindauer. Wie sich die Jahreszeiten in langen Messreihen niederschlagen, zeigen die Klimastreifen.