Sonnenlauf für deinen Ort
Fast jeder weiß, dass der kürzeste Tag im Dezember liegt. Kaum jemand weiß, dass an diesem Tag weder die Sonne am frühesten untergeht noch am spätesten aufgeht. Beides passiert an anderen Tagen — der früheste Untergang davor, der späteste Aufgang danach. Das ist kein Rundungsfehler und keine Marotte einer Zeitzone. Es steht in den Daten, und diese Seite rechnet es für deinen Ort nach.
Warum die drei Tage auseinanderfallen
Ein Sonnentag — von einem Höchststand der Sonne zum nächsten — ist nicht immer genau 24 Stunden lang. Die Erde läuft auf einer leicht elliptischen Bahn und ist im Januar der Sonne am nächsten, also dort am schnellsten; dazu steht ihre Achse schräg. Beides zusammen lässt den wahren Sonnentag im Dezember rund eine halbe Minute länger werden als 24 Stunden. Diese halben Minuten summieren sich.
Die Folge: Der Sonnenhöchststand wandert im Dezember Tag für Tag nach hinten. Und weil Aufgang und Untergang beide an diesem Höchststand hängen — der eine eine halbe Tageslänge davor, der andere eine halbe danach —, wandern sie mit.
Rund um die Sonnenwende ändert sich die Tageslänge fast nicht mehr; sie liegt ja an ihrem Tiefpunkt, und an einem Tiefpunkt ist eine Kurve flach. Damit gewinnt die Wanderung des Höchststands die Oberhand. Der Untergang dreht deshalb schon vor der Sonnenwende um, der Aufgang erst danach.
Das ist keine Herleitung, die man glauben muss: Die Tabelle oben zeigt den Sonnenhöchststand mit, so wie er sich aus den abgerufenen Zeiten ergibt. Man kann ihm beim Wandern zusehen.
Was hier bewusst nicht behauptet wird
- Das sind berechnete Zeiten, keine Beobachtung. Auf- und Untergang gelten für einen freien Horizont auf Meereshöhe. Die Geländehöhe geht ausdrücklich nicht ein: Nachgemessen am 01.08.2026 liefert dieselbe Abfrage für 0 m, 122 m und 2677 m dieselbe Minute. Wer hoch oben steht, sieht die Sonne früher; ein Berg im Westen lässt sie früher verschwinden, ein Tal sie später auftauchen. Wer aus dem Fenster schaut, sieht andere Zeiten — und hat recht. Denselben Vorbehalt macht der Sonnenstand-Rechner.
- Die Abweichung hängt vom Breitengrad ab, nicht nur vom Datum. Weiter nördlich fällt sie kleiner aus als weiter südlich, weil sich die Tageslänge dort um die Sonnenwende stärker ändert und die Wanderung des Höchststands eher überdeckt. Genau deshalb steht hier keine feste Zahl, sondern die für deinen Ort ausgerechnete.
- Der Sonnenhöchststand ist hier Näherung. Er wird als Mittelpunkt zwischen Auf- und Untergang gebildet. Das ist auf wenige Sekunden genau und für diese Seite völlig ausreichend — eine exakte Berechnung des wahren Ortsmittags wäre etwas anderes und steht hier nicht.
- Keine Aussage über die Zeitumstellung. Alle Zeiten stehen in der am Ort gültigen Zonenzeit. Im Dezember gilt in Deutschland durchgehend Normalzeit, die Umstellung fällt also nicht in das gezeigte Fenster.
Quellen und Weiterlesen
Daten: die keyless Archiv-Schnittstelle von
Open-Meteo, Lizenz CC BY 4.0,
Tagesfelder sunrise, sunset und
daylight_duration in der Zeitzone des Ortes.
Wichtig zur Herkunft: Diese drei Felder sind astronomisch
gerechnet und stammen nicht aus der ERA5-Reanalyse — ein Reanalyse-Modell
enthält keine Auf- und Untergangszeiten. Hier stand zunächst
„ERA5-Reanalyse (Copernicus / ECMWF)“, und das war eine falsche
Herkunftsangabe. Nachgemessen am 01.08.2026: Dieselbe Abfrage mit
models=era5, mit models=era5_land und ganz ohne Modellangabe
rastet auf drei verschiedene Gitterpunkte und liefert trotzdem dieselbe
Minute. Die Zeiten hängen also am Ort, nicht am Wettermodell. Die
ERA5-Herkunft gilt für die Wetterfelder derselben Schnittstelle —
etwa auf Klimastreifen und
Windrose —, nicht für diese.
Wie lange die Sonne tatsächlich scheint — was etwas anderes ist als die Tageslänge —, steht auf Sonnenscheindauer. Wie sich die Jahreszeiten in langen Messreihen niederschlagen, zeigen die Klimastreifen.