Wie viel Strom macht das Wetter gerade?

Wetter bleibt auf den meisten Seiten dieser Sammlung eine Beschreibung: so warm, so windig, so hell. Hier bekommt es eine Wirkung. Wenn über Nordfriesland Wind aufkommt, dreht sich irgendwo eine Zahl mit — und die Zahl steht öffentlich, viertelstündlich, bei der Bundesnetzagentur. Diese Seite holt beides gleichzeitig und legt es nebeneinander: die Sonne und den Solarstrom, den Wind und den Windstrom. Man muss den Zusammenhang nicht glauben, man kann ihn ansehen.

Wie die Zahlen unten zu lesen sind

Die Seite lädt die Zahlen beim Öffnen selbst.

Drei Fallen in diesen Daten — und wie diese Seite sie umgeht

Alle drei sehen harmlos aus. Alle drei liefern Zahlen, die man ohne Verdacht veröffentlichen würde. Sie stehen hier, weil beim Bauen dieser Seite jede einzelne von ihnen zugeschlagen hat.

Dazu kommt ein vierter Punkt, der keine Falle ist, sondern eine Regel: Kennung 1224 — Kernenergie — antwortet mit HTTP 404. Seit der Abschaltung der letzten Kraftwerke gibt es für sie keine Datei mehr. Die Seite ruft sie trotzdem ab und schreibt hin, was tatsächlich zurückkam. Ein misslungener Abruf ist kein Messwert Null, und er wird hier auch nicht zu einem gemacht. Käme eines Tages wieder eine Reihe, würde sie mitgezählt.

Warum die beiden Verlaufsbilder verschieden gut zusammenpassen

Bei Sonne und Solarstrom liegen die Kurven fast übereinander, und das hat einen einfachen Grund: Eine Photovoltaikzelle hat keine andere Quelle als das Licht, das gerade ankommt. Sie hat keinen Speicher, keine Anlaufzeit und keine Mindestleistung. Geht eine Wolke durch, geht die Leistung mit.

Bei Wind und Windstrom ist der Gleichlauf regelmäßig deutlich schwächer — und das ist nicht der Fehler des Vergleichs, sondern seine eigentliche Auskunft. Vier Gründe stehen dahinter:

Der Gleichlaufwert unter jedem Bild misst also nicht, ob Wind Strom macht — das weiß man aus der Physik und nicht aus einer Tageskurve. Er misst, wie deutlich sich der Zusammenhang an diesem Tag mit diesen vier Punkten in den Daten abzeichnet. Ein hoher Wert ist ein Indiz, ein niedriger kein Gegenbeweis.

Was diese Seite ausdrücklich nicht sagt

Quellen und Weiterlesen

Strom: SMARD, die Datenplattform der Bundesnetzagentur, über ihre offenen Diagramm-Dateien (/app/chart_data/), Auflösung Viertelstunde, Marktgebiet Deutschland. Kein Zugangsschlüssel, kein eigener Server. Verwendete Kennungen: 4067 Wind an Land, 1225 Wind auf See, 4068 Photovoltaik, 4066 Biomasse, 1226 Wasserkraft, 1228 Sonstige erneuerbare, 1223 Braunkohle, 4069 Steinkohle, 4071 Erdgas, 1227 Sonstige konventionelle, 4070 Pumpspeicher sowie 1224 Kernenergie — letztere ausdrücklich mit dem Ergebnis, das der Abruf tatsächlich liefert.

Wetter: die keyless Vorhersage-Schnittstelle von Open-Meteo (Lizenz CC BY 4.0), Felder wind_speed_100m, shortwave_radiation und cloud_cover, stundenweise, für vier fest eingetragene Punkte. Welche das sind und wo genau sie liegen, steht oben in der Tabelle „Die vier Punkte“ — samt dem Gitterpunkt, auf den die Abfrage tatsächlich eingerastet ist.

Warum eine Modellrechnung keine Messung ist, erklären Wettermodelle und Das Messnetz. Wie stark der Wind mit der Höhe zunimmt und was die Stufen der Beaufort-Skala bedeuten, steht auf Windskala; aus welcher Richtung er über das Jahr weht, zeigt die Windrose. Wie viel Sonne tatsächlich ankommt, behandelt Sonnenscheindauer, und was die Bewölkung damit macht, steht auf Bewölkung. Wie diese Seite grundsätzlich mit Zahlen umgeht — und warum hier so viel dabeisteht, was sie nicht behauptet —, steht in Methodik & Quellen.