Wie warm wird es hier?

Die Klimastreifen schauen zurück. Diese Seite schaut nach vorn — und zwar mit sieben verschiedenen Klimamodellen gleichzeitig. Sie rechnen denselben Ort, dieselben Jahre, denselben Antrieb. Und sie kommen zu verschiedenen Ergebnissen. Genau diese Spanne ist hier das Ergebnis, nicht ein Schönheitsfehler, den man wegmittelt. Wer eine einzelne Zahl für 2050 sucht, ist auf dieser Seite falsch.

Das Wichtigste zuerst: Das ist keine Wettervorhersage

Welches Emissionsszenario? So weit reicht der Beleg — und nicht weiter

Jede Klimaprojektion hängt an einer Annahme darüber, wie viel Treibhausgas die Menschheit noch ausstößt. Ohne diese Angabe ist eine Zahl für 2050 wertlos. Was der Betreiber dazu wörtlich sagt — die ersten beiden Sätze in der Dokumentation, der dritte in seinem Entwickler-Blog:

„The high resolution climate models are as close to RCP8.5 as possible within CMIP6.“ Dokumentation
„While other models consider different emission scenarios, the variations in these scenarios are less noticeable until 2050.“ Dokumentation
„Unlike other simulations, the data is not calculated for different emission scenarios and is only available until 2050.“ Entwickler-Blog

Mehr steht an beiden Stellen nicht. Daraus folgt, was wir sagen können und was nicht:

Woher die sieben Modelle kommen

Es sind globale Klimamodelle aus der HighResMIP-Gruppe des CMIP6-Projekts — jener Sammlung von Modellläufen, auf die sich auch die Berichte des Weltklimarats stützen. HighResMIP rechnet bewusst feiner als üblich, damit regionale Aussagen überhaupt möglich werden. Open-Meteo gibt die ursprünglichen Gitterweiten mit 20 bis 51 km an und beschreibt den weiteren Weg der Daten so:

„The API offers climate data at a regional, rather than continental, level by downsizing it to a 10 km resolution.“ Dokumentation
„This is achieved by downscaling all climate models to a 10 km resolution using the ERA5-Land reanalysis as reference data. […] Statistical errors are corrected by calculating average long-term averages from 1950 to 2015.“ Entwickler-Blog

Das ist ein wichtiger Punkt für die Einordnung: Die Modelle wurden gegen die ERA5-Land-Reanalyse abgeglichen. Die absoluten Temperaturen sind dadurch für den Ort brauchbar — aber sie sind kein unabhängiger Beleg mehr, sondern tragen die Eigenheiten von ERA5-Land in sich. Und ein Abgleich auf lange Mittelwerte korrigiert das Mittel, nicht zwangsläufig die Extreme.

Wie viel diese Abhängigkeit von einer einzigen Reanalyse ausmachen kann, lässt sich nachmessen, indem man eine zweite danebenstellt: Zwei Weltmodelle, ein Ort — wie weit liegen sie auseinander? vergleicht die langjährigen Monatsmittel aus NASA POWER (aus MERRA‑2) mit denen aus dem Open-Meteo-Archiv (aus ERA5), beide über denselben Zeitraum 2001–2020. Das Ergebnis hängt am Gelände: im flachen Land Einigkeit bis auf Zehntelgrad (Norderney −0,2 K, Hamburg +0,6 K), am Alpenrand drei Grad Abstand (Garmisch +3,1 K). Keine der beiden Reihen ist die Wahrheit — die Spanne dazwischen ist die ehrlichere Angabe.

Was diese Seite kann — und was sie ausdrücklich nicht kann

Quellen und Weiterlesen

Daten: sieben Klimamodelle der HighResMIP-Gruppe im CMIP6-Projekt, statistisch auf 10 km herunterskaliert und gegen ERA5-Land abgeglichen, abgerufen über die keyless Klima-Schnittstelle von Open-Meteo (Lizenz CC BY 4.0). Kein Zugangsschlüssel, kein eigener Server, keine Weitergabe Ihrer Eingaben. Die wörtlichen Zitate oben stammen aus zwei Quellen des Betreibers, jeweils am Zitat vermerkt: der Dokumentation und dem Entwickler-Blog. Hier stand zunächst, alle stammten aus der Dokumentation — das war falsch: Zwei der vier Sätze stehen ausschließlich im Blog. Nachgeprüft am 01.08.2026, indem beide Seiten geladen und jeder Satz einzeln in beiden gesucht wurde.

Gemessene Zahlen statt gerechneter stehen auf Klimawandel in Deutschland (DWD) und in den Klimastreifen (ERA5-Reanalyse). Der Unterschied zwischen Wetter und Klima ist auf Wetter und Klima erklärt; warum mehr Treibhausgas überhaupt wärmt und wie groß die Spanne je CO₂-Verdopplung ist, auf Treibhauseffekt; wie diese Seite grundsätzlich mit Zahlen umgeht, in Methodik & Quellen.