Die Kernzahl: +2,5 °C seit 1881
„Das Jahresmittel der Lufttemperatur ist im Flächenmittel von Deutschland von 1881 bis 2025 statistisch gesichert um 2,5 °C angestiegen.“ — DWD
Wichtig für die Ehrlichkeit: Der DWD nennt hier 2,5 °C (Verfahren seit April 2025). Der frühere, einfache lineare Trend lag bei „1,9 Grad“ (1881–2024). Das ist kein Widerspruch: „mit der beschleunigten Erwärmung … bildet die bisherige lineare Trendanalyse zunehmend schlechter die Klimaentwicklung ab, sodass der DWD im April 2025 ein neues Trendverfahren … einführt“ (DWD). Das neue Verfahren folgt der Beschleunigung, der gerade Strich glättet sie weg.
Es geht schneller
„Die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs in Deutschland (wie auch weltweit) hat in den vergangenen 50 Jahren deutlich zugenommen.“ — DWD
Das zeigt sich an den Jahresmitteln: 2024 war „noch nie seit Messbeginn 1881 ein Jahr so warm“. Gemessen an der international gültigen Referenzperiode 1961–1990 (8,2 °C) lag 2024 um 2,7 Grad darüber — und selbst gegenüber der wärmeren Periode 1991–2020 (9,3 °C) noch um 1,6 Grad.
| Jahr / Periode | Jahresmittel |
|---|---|
| 2024 (wärmstes seit 1881) | 10,9 °C |
| 2023 | 10,6 °C |
| 2022 · 2018 | je 10,5 °C |
| Referenz 1991–2020 | 9,3 °C |
| Referenz 1961–1990 | 8,2 °C |
Was das im Alltag heißt
„Die Anzahl der ‚Heißen Tage' (Tagesmaximum … mindestens 30 °C) … hat sich seit den 1950er Jahren von etwa vier Tagen pro Jahr auf derzeit durchschnittlich zwölf Tage pro Jahr verdreifacht. … Demgegenüber nahm die mittlere Anzahl der Eistage (Tagesmaximum … unter 0 °C) im gleichen Zeitraum von 27 auf 10 Tage pro Jahr ab.“ — DWD
Beim Niederschlag zeigt sich ein anderes Muster: „Während die mittleren Regenmengen im Sommer weitestgehend unverändert geblieben sind, ist es insbesondere im Winter signifikant feuchter geworden“ (DWD). Mehr heiße Tage, weniger Eistage — das ist gemessen, nicht projiziert.
Genau: Eistage (Tagesmaximum unter 0 °C), nicht Frosttage (Tagesminimum unter 0 °C). Und: Diese Kenntage-Reihen beginnen erst 1951 (nur Temperatur und Niederschlag reichen als Flächenmittel bis 1881 zurück).
Spürbar wird das auch beim Heizen: Ein milderer Winter verlangt weniger Heizwärme. Wie viel die Heizsaisons an deinem Ort seit 1950 verlangt haben — als Gradtagzahl, neben dem Mittel 1991–2020 und mit der laufenden Saison —, rechnet der Heizgradtage-Rechner aus der ERA5-Reanalyse vor, samt einem wetterbereinigten Vergleich des eigenen Verbrauchs.
Ehrlich eingeordnet
Warum diese Zahlen belastbar sind: „Das Messnetz in Deutschland ist für die Temperatur und die Niederschlagshöhe seit Ende des 19. Jahrhunderts dicht genug“ für Flächenmittel seit 1881 (DWD). Zwei Grenzen, klar gesagt: (1) Ein einzelnes warmes oder kaltes Jahr beweist nichts — erst der langjährige Trend ist Klima (siehe Wetter und Klima). (2) Diese Seite zeigt gemessene Vergangenheit, keine Zukunftsprojektion — Szenarien für 2100 sind ein anderes Thema und stehen hier bewusst nicht. Wer die Rohdaten will, findet die Quellen unten. Warum es überhaupt wärmer wird und wie groß die Spanne je CO₂-Verdopplung ist, erklärt Treibhauseffekt und Strahlungsbilanz.
Wie weit die gemessenen Höchstwerte an den Stationen dieser Seite Monat für Monat vom ERA5-Mittel 1991–2020 abwichen, steht im Monatszeugnis — ausdrücklich keine amtliche Anomalie, denn in dem Abstand steckt auch der Versatz zwischen Station und Gitterzelle.
Quellen
Alle Zahlen amtlich vom DWD:
DWD: Klimawandel – Überblick (2,5 °C, heiße Tage/Eistage, Niederschlag) · DWD: Deutschlandwetter im Jahr 2024 (10,9 °C, Referenzperioden) · DWD: Deutschlandwetter im Jahr 2023 (10,6 °C) · DWD: Zeitreihen (Verfahrenswechsel, Messnetz seit 1881)
Verwandt: Wetter und Klima · Klima nach Köppen-Geiger · Hitze · Wetterrekorde · Klimageschichte.