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Wissen · Windstärken nach Beaufort

Windstärken — die Beaufort-Skala

Von Windstille bis Orkan in dreizehn Stufen. Die Beaufort-Skala schätzt die Windstärke an dem, was der Wind tut — und der Deutsche Wetterdienst ordnet jeder Stufe einen Geschwindigkeitsbereich zu. Diese Seite zeigt alle dreizehn Stufen mit den amtlichen Zahlen — und den ehrlichen Unterschied zwischen mittlerem Wind, Böen und einer Warnung.

Was die Beaufort-Skala ist

Der britische Admiral Francis Beaufort führte die Skala Anfang des 19. Jahrhunderts ein, um Wind ohne Messgerät einschätzen zu können — allein an seinen sichtbaren Wirkungen: Wie bewegen sich Bäume, wie fühlt sich der Wind an, was trägt er fort? Daraus wurde die international vereinbarte, 13-teilige Skala von Grad 0 (Windstille) bis Grad 12 (Orkan). Jeder Stufe ist ein Bereich der Windgeschwindigkeit zugeordnet.

Die Zahlen in der Tabelle sind mittlere Windgeschwindigkeiten — kein Spitzenwert. Umrechnen lässt es sich einfach: 1 m/s = 3,6 km/h. Die Bezeichnungen mit Schrägstrich (etwa „schwache Brise / schwacher Wind“) sind die seemännische und die landläufige Benennung derselben Stufe.

Die dreizehn Stufen im Überblick

Beaufort-Skala nach dem DWD-Wetterlexikon. Geschwindigkeiten als Bereich; die Auswirkungen beziehen sich auf das Binnenland.
Grad Bezeichnung km/h m/s Auswirkungen im Binnenland
0Windstille< 10–0,2Rauch steigt senkrecht auf.
1leiser Zug1–50,3–1,5Windrichtung nur am Zug des Rauches erkennbar.
2leichte Brise6–111,6–3,3Wind im Gesicht spürbar; Blätter und Windfahnen bewegen sich.
3schwache Brise / schwacher Wind12–193,4–5,4Wind bewegt dünne Zweige und streckt Wimpel.
4mäßige Brise / mäßiger Wind20–285,5–7,9Bewegt Zweige und dünnere Äste, hebt Staub und loses Papier.
5frische Brise / frischer Wind29–388,0–10,7Kleine Laubbäume beginnen zu schwanken; Schaumkronen auf Seen.
6starker Wind39–4910,8–13,8Starke Äste schwanken; Regenschirme sind schwer zu halten.
7steifer Wind50–6113,9–17,1Fühlbare Hemmung beim Gehen gegen den Wind; ganze Bäume bewegen sich.
8stürmischer Wind62–7417,2–20,7Zweige brechen von Bäumen; Gehen wird erheblich erschwert.
9Sturm75–8820,8–24,4Äste brechen von Bäumen; kleinere Schäden an Häusern.
10schwerer Sturm89–10224,5–28,4Wind bricht Bäume; größere Schäden an Häusern.
11orkanartiger Sturm103–11728,5–32,6Wind entwurzelt Bäume; verbreitet Sturmschäden.
12Orkanab 118ab 32,7Schwere Verwüstungen.
Grad 0–3: ruhig bis schwach Grad 4–7: mäßig bis steif Grad 8–11: stürmisch bis orkanartig Grad 12: Orkan
Balkendiagramm der Beaufort-Windstärken 0 bis 12 mit ihren Windgeschwindigkeitsbereichen in Kilometern pro Stunde nach dem DWD. 0 20 40 60 80 100 120 km/h Bft 0 Bft 1 Bft 2 Bft 3 Bft 4 Bft 5 Bft 6 Bft 7 Bft 8 Bft 9 Bft 10 Bft 11 Bft 12 ›
Balkenlänge = Windgeschwindigkeitsbereich je Windstärke in km/h (amtliche DWD-Werte, lineare Skala ab 0). Grad 12 ist nach oben offen (ab 118 km/h). Farbe nach Kategorie wie in der Tabelle.

Die Farbbänder fassen die Stufen nur grob zusammen und sind keine amtliche Warnfarbe. Die amtlichen DWD-Warnstufen richten sich nach anderen Schwellen (siehe unten).

Mittlerer Wind, Böe und Warnung — drei verschiedene Dinge

Genau hier wird oft aneinander vorbeigeredet, deshalb sauber getrennt:

1. Beaufort beschreibt den mittleren Wind

Die km/h-Werte oben sind über einen längeren Zeitraum gemittelte Geschwindigkeiten, keine kurzen Spitzen. Eine einzelne heftige Böe kann deutlich stärker sein als die mittlere Windstärke, in der sie auftritt.

2. Warnungen richten sich nach Böen, nicht nach Beaufort

Der DWD warnt in erster Linie vor Böen (kurzen Spitzen) — und seine Warnschwellen sind nicht die Grenzen der Beaufort-Skala. Ein Beispiel: Grad 12 („Orkan“) beginnt bei 118 km/h, während der DWD vor Orkanböen erst ab einem eigenen, höheren Schwellenwert warnt. Die amtlichen Wind- und Sturm-Warnschwellen stehen — jeweils gegen die DWD-Kriterien belegt — auf der Seite Sturm.

3. Schätzung gegen Messung

Beaufort ist ursprünglich eine Schätzung aus den Wirkungen des Windes; ein Anemometer misst die Geschwindigkeit direkt. Beide beschreiben dasselbe Phänomen, aber auf unterschiedlichem Weg — die Tabelle ist die Brücke dazwischen. Mehr zu Messung und Geräten im Glossar und unter Messnetz.

Derselbe mittlere Wind steckt hinter dem Windstrom: Weht es im Norden kräftig, liefern die Windräder viel, bei Windstille fast nichts. Wie viel Strom gerade aus Wind und Sonne kommt, zeigt Wie viel Strom macht das Wetter gerade? — nach den Zahlen von SMARD, der Datenplattform der Bundesnetzagentur.

Quellen

Alle Bezeichnungen, die Geschwindigkeitsbereiche in km/h und m/s sowie die Auswirkungen im Binnenland stammen wörtlich aus dem Wetterlexikon des Deutschen Wetterdienstes:

dwd.de – Wetterlexikon: Beaufort-Skala · dwd.de – Wetterlexikon: Windgeschwindigkeit

Es gibt beim DWD auch eine eigene Beaufort-Skala See mit den Auswirkungen auf dem Wasser; diese Seite gibt die Binnenland-Fassung wieder. Umrechnung: 1 m/s = 3,6 km/h.