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Wissen · Fester Niederschlag

Schnee

Jede Schneeflocke ist ein Protokoll der Luft, durch die sie gefallen ist — ihre Form hängt von Temperatur und Feuchte ab. Diese Seite trennt sauber, was oft durcheinandergeht: Schnee, Neuschnee, Schneedecke und Schneehöhe — und wie der DWD das misst. Jede Angabe wörtlich vom DWD. Als Niederschlagsart steht Schnee auch auf Niederschlagsarten.

Was Schnee ist

„Schnee ist fester Niederschlag aus meist verzweigten kleinen Eiskristallen.“ — DWD Wie viele Schneefalltage ein Ort über dreißig Winter hatte, zählen die Schneetage nach.

Diese Kristalle „haben gewöhnlich die Form von hexagonalen Plättchen und Säulen oder Sternchen von zarter Struktur in vielfältigen Variationen“ (DWD). Sechseckig sind sie, weil das Wassermolekül beim Gefrieren sechszählig anordnet — daher die charakteristische Sternform.

Schematische, sechszählig-symmetrische Schneeflocke, die die hexagonale Kristallform illustriert.
Schematisch: die vom DWD genannte sechszählige (hexagonale) Symmetrie — kein Foto, sondern eine Illustration der beschriebenen Kristallform.

Warum jede Flocke anders aussieht

„Die Kristallform hängt hauptsächlich von der Temperatur sowie von dem Grad der Übersättigung des Wasserdampfes bei der Bildung ab.“ — DWD

Deshalb verrät die Flockenform das Wetter in der Wolke. Der DWD: „Bei Temperaturen um 0 °C fällt Schnee meist in Form großer, lockerer Schneeflocken (mehrere cm Größe möglich) aus zusammengeketteten Kristallen, bei tieferen Temperaturen in Form von Schneesternchen, Eisplättchen oder Eisnadeln.“ Nasser, dicker Flockenschnee ist also ein Zeichen für Temperaturen nahe null; pulvriger, feiner Schnee für echte Kälte. Zur Feuchte-Grundlage siehe Luftfeuchtigkeit.

Neuschnee, Gesamtschnee, Schneehöhe

Neuschnee

„Als Neuschnee wird frisch gefallener Schnee bezeichnet, der nicht länger als 3 Tage liegt“ (DWD). Danach zählt er als Altschnee — er setzt sich, wird dichter und verliert an Höhe, ohne zu schmelzen.

Schneehöhe — und ihre zwei Lesarten

„Die Schneehöhe (Schneedeckenhöhe) ist die senkrecht zum Erdboden gemessene Höhe einer Decke aus festen Niederschlägen (Schnee, Graupel, Hagel oder Schneegriesel)“ (DWD). Der DWD unterscheidet die Gesamtschneehöhe — „die Summe aus alten und neuen Ablagerungen“ — von der Neuschneehöhe, „der Zuwachs von Ablagerungen des letzten Bemessungszeitraumes“.

Wann liegt eine „Schneedecke“?

„Schnee als Bedeckung der Erdoberfläche mit einem Schneebedeckungsgrad von mindestens 0,5 (durchbrochene bis geschlossene Schneedecke).“ — DWD

„Schneedecke“ ist also kein Gefühl, sondern eine Schwelle: Erst wenn mindestens die Hälfte des Bodens bedeckt ist, spricht der DWD von einer Schneedecke. Darunter ist es nur angezuckert. Das ist auch für Glätte und Lawinen die Grundlage.

Wie der DWD die Schneehöhe misst

Von Hand mit dem Schneepegel — einem „Messstab mit Markierungen in Abständen von einem Zentimeter“ (DWD). Automatisch „wird durch eine Distanzmessung vom Sensorkopf zum Erdboden (Ultraschall- oder Lasermessung) ermittelt“ — der Sensor misst also von oben herab, wie weit es bis zur Schneeoberfläche ist. Wie beim Rest der Messungen gilt: ein Wert steht für seinen Messpunkt, nicht für die ganze Region — und im Gelände weht Schnee zusammen und verweht.

Frisch gefallener Schnee ist locker und leicht; mit der Zeit setzt er sich und wird dichter. Wie viel Wasser in einer Schneedecke steckt, ist deshalb nicht an der Höhe allein ablesbar — dazu zählt das Schnee-Wasser-Äquivalent (siehe Tauwetter, wo aus Schnee plötzlich Abfluss wird).

Und die Frage vor all dem — ob es überhaupt als Schnee unten ankommt oder als Regen — hängt an der Höhe der Schmelzschicht unter der Nullgradgrenze. Warum die beiden nicht dasselbe sind, erklärt Schneefallgrenze.

Quellen

Alle Definitionen aus dem DWD-Wetterlexikon:

Schnee · Neuschnee · Schneedecke · Schneehöhe

Verwandt: Niederschlagsarten · Tauwetter · Glätte · Lawinen · Frost.