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Vorhersage und Unsicherheit
Die Begriffe, um die sich diese Seite dreht: warum es nicht die eine Wetterzahl gibt, sondern eine Spanne — und wie man ehrlich misst, wie gut eine Vorhersage war.
- Wettermodell (NWP)
- Ein Computerprogramm, das die Atmosphäre in ein Gitter aus Kästchen zerlegt und mit den physikalischen Gesetzen für Luft, Wärme und Feuchte Schritt für Schritt in die Zukunft rechnet. „NWP“ steht für numerische Wettervorhersage. Jeder Wetterdienst betreibt eigene Modelle; deshalb kommen für denselben Ort verschiedene Ergebnisse heraus.
- Die Auflösung (die Kantenlänge eines Gitterkästchens) begrenzt, wie kleine Dinge ein Modell überhaupt sehen kann. Ein einzelnes Gewitter ist oft feiner als das Gitter — ein Grund, warum es schlecht vorhersagbar ist. Welche Modelle diese Seite nutzt, steht in der Methodik. ↑ nach oben
- Ensemble
- Statt einer einzigen Rechnung lässt man dasselbe Modell viele Male laufen — jedes Mal mit winzig veränderten Startbedingungen. Man bekommt so nicht eine Zahl, sondern eine ganze Schar von möglichen Verläufen. Liegen die eng beieinander, ist die Lage sicher; laufen sie auseinander, ist die Zukunft offen.
- Das Ensemble ist das ehrliche Werkzeug gegen Scheingenauigkeit: Es macht die Unsicherheit sichtbar, statt sie in einer einzelnen Zahl zu verstecken. ↑ nach oben
- Ensemble-Lauf / Member
- Ein einzelner Durchlauf innerhalb eines Ensembles. Jeder „Member“ ist eine für sich vollständige, plausible Vorhersage; erst alle zusammen ergeben die Bandbreite. Man kann sich die Member als verschiedene Meinungen derselben Fachperson unter leicht anderen Annahmen vorstellen. ↑ nach oben
- Modellspanne / Spanne
- Der Abstand zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wert, den die verschiedenen Wetterdienste für denselben Ort und Zeitpunkt ausrechnen. Diese Seite zeigt bewusst die Spanne statt einer einzelnen Zahl: Ein schmaler Balken heißt „die Modelle sind sich einig“, ein breiter Balken heißt „die Zahl ist eher ein Vorschlag“.
- Wichtig: Einigkeit ist nicht dasselbe wie Richtigkeit — alle Modelle können sich gemeinsam irren. Wie gut es wirklich war, zeigt erst die Nachkontrolle. Mehr in der Methodik. ↑ nach oben
- Perzentil
- Eine Angabe dafür, wo ein Wert innerhalb einer sortierten Reihe liegt. Das 10. Perzentil ist der Wert, unter dem die niedrigsten 10 % aller Werte liegen; beim 90. Perzentil sind es 90 %. Diese Seite benutzt Perzentile, um die „normalen“ Ränder der Spanne zu ziehen und einzelne Ausreißer nicht die ganze Breite bestimmen zu lassen. ↑ nach oben
- Median
- Der mittlere Wert einer sortierten Reihe — genauso viele Werte liegen darüber wie darunter. Der Median ist das 50. Perzentil. Er ist robuster als der Durchschnitt: Ein einziger extremer Ausreißer zieht den Median kaum, den Mittelwert dagegen deutlich. ↑ nach oben
- Vorlaufzeit
- Wie weit im Voraus eine Vorhersage gilt — also der Abstand zwischen dem Moment, in dem gerechnet wird, und dem Zeitpunkt, für den die Aussage gemacht wird. Grundregel: Je größer die Vorlaufzeit, desto größer der zu erwartende Fehler. Eine Aussage für morgen ist verlässlicher als eine für nächste Woche. ↑ nach oben
- Vorhersagefehler / MAE
- mittlerer absoluter Fehler
- Ein einfaches Maß dafür, wie weit eine Vorhersage danebenlag. Man nimmt jede einzelne Abweichung zwischen Vorhersage und späterer Messung, macht sie positiv (das „absolut“) und bildet den Durchschnitt. Ergebnis: „Im Schnitt lagen wir um X Grad daneben.“
- Weil Plus- und Minus-Fehler nicht gegeneinander aufgerechnet werden, schönt der MAE nichts: Zwei Vorhersagen, die einmal +3 und einmal −3 Grad daneben lagen, ergeben MAE 3 — nicht 0. Der Feldbericht führt diese Zahlen an der Seite selbst vor. ↑ nach oben
- Nachkontrolle / Hindcast
- Der Blick zurück: Man holt eine alte Vorhersage hervor und vergleicht sie mit dem, was tatsächlich gemessen wurde. Nicht Modell gegen Modell, sondern „Versprechen gegen Wirklichkeit“. Diese Seite zeigt ihre eigenen Vorhersagen von vor 1, 2, 3, 5 und 7 Tagen neben der echten Messung — und rechnet daraus den Fehler aus. ↑ nach oben
- Niederschlagswahrscheinlichkeit
- Die „30 % Regen“-Zahl. Sie bedeutet nicht „30 % der Zeit“ oder „30 % der Fläche“, sondern: Rechnet man dasselbe Wetter viele Male durch (siehe Ensemble), regnet es in etwa 30 % dieser Durchläufe an deinem Ort im betrachteten Zeitraum. Eine Wahrscheinlichkeit über einen Zeitraum, keine Menge.
- Deshalb sagt die Prozentzahl allein nichts darüber, wie viel Regen fällt — 90 % können ein Nieseln sein, 30 % ein kurzer Guss. Mehr, mit Rechenhilfe: Was heißt 30 % Regen? ↑ nach oben
Messen, Radar und Datenherkunft
Woher die Zahlen kommen — und der Unterschied zwischen einer echten Messung und einem gerechneten Wert.
- Stationsmessung vs. Modellwert
- Eine Stationsmessung ist ein echter, an einem Gerät abgelesener Wert — ein Thermometer, ein Regenmesser, ein Windmesser an einer festen Station. Ein Modellwert ist dagegen von einem Wettermodell ausgerechnet und gilt für ein Gitterkästchen, nicht für einen echten Ort.
- Der Unterschied zählt: Liegt die nächste Messstation weit weg oder viel höher als dein Ort, kann sie etwas anderes messen, als bei dir herrscht. Diese Seite sagt Entfernung und Höhenunterschied deshalb dazu. ↑ nach oben
- Nowcast / NowCastMIX
- Ein Nowcast ist eine Sehr-Kurzfrist-Vorhersage für die nächsten Minuten bis etwa zwei Stunden. Sie rechnet nicht die ganze Physik neu, sondern verfolgt, was das Radar gerade sieht, und schreibt es fort. Genau das hilft bei Gewitter und Starkregen, wo eine Tagesvorhersage zu grob ist.
NowCastMIXist das Nowcasting-Produkt des Deutschen Wetterdienstes, das bei Gewitter- und Starkregenlagen im Fünf-Minuten-Takt rechnet. Warum das gerade beim Gewitter entscheidend ist, steht auf der Gewitter-Seite.
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- Radar / WMS
- Ein Wetterradar sendet Funkwellen aus und misst, wie viel davon von Regen-, Schnee- und Hagelteilchen zurückgeworfen wird. Daraus entsteht das bewegte Regenradar-Bild. Es ist eine Messung der letzten Minuten — nur der vorderste Teil der Animation ist bereits Kurzfrist-Vorhersage und als solche gekennzeichnet.
WMS(Web Map Service) ist der technische Standard, über den solche Karten-Bilder als Kacheln geliefert werden — die Leitung, durch die das DWD-Radarbild auf die Karte kommt.
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- Geokodierung
- Das Übersetzen eines Ortsnamens („Karlsruhe“) in Koordinaten — also in geografische Länge und Breite, mit denen ein Computer rechnen kann. Wenn du hier einen Ort eintippst und Vorschläge bekommst, läuft im Hintergrund eine Geokodierung. Diese Seite nutzt dafür offene Daten von OpenStreetMap. ↑ nach oben
- keyless-API
- Eine API ist eine Datenschnittstelle, über die ein Programm Daten von einem anderen abruft. „keyless“ (schlüssellos) heißt: Man braucht dafür kein Konto und keinen persönlichen Zugangsschlüssel. Diese Seite ist bewusst keyless gebaut — sie fragt Daten ab, ohne dich zu registrieren, und kann dich deshalb auch nicht über ein Konto verfolgen.
- Praktische Folge: kein Login, kein Tracker, keine Werbung. Welche keyless-Quellen genutzt werden, listet die Methodik. ↑ nach oben
Temperatur, Luft und Feuchte
Was hinter den Werten steckt, die jede Wetter-App zeigt — und warum sich 25 Grad mal angenehm und mal drückend anfühlen.
- Gefühlte Temperatur
- Eine Schätzung, wie warm oder kalt sich die Luft für einen Menschen anfühlt — nicht, was das Thermometer zeigt. Sie berücksichtigt neben der Lufttemperatur auch Wind, Luftfeuchte und Sonnenschein. Bei Hitze macht hohe Feuchte es drückender (Schwitzen kühlt schlechter), bei Kälte macht Wind es klammer (Windchill).
- Es gibt dafür verschiedene Berechnungsverfahren; die gefühlte Temperatur ist ein berechneter Richtwert, keine Messung. Auf der Hitze-Seite steht mehr dazu. ↑ nach oben
- Taupunkt
- Die Temperatur, auf die man die Luft abkühlen müsste, damit ihr Wasserdampf zu Tau, Nebel oder Wolken kondensiert. Der Taupunkt ist ein anschauliches Maß für die Schwüle: Ein hoher Taupunkt (etwa über 16–18 °C) fühlt sich drückend an, ein niedriger trocken und angenehm.
- Der Taupunkt ist immer kleiner oder gleich der Lufttemperatur. Sind beide gleich, ist die Luft gesättigt — die relative Luftfeuchte beträgt dann 100 %, und es bildet sich Nebel oder Tau. ↑ nach oben
- Relative Luftfeuchte
- Wie voll die Luft mit Wasserdampf ist — in Prozent des Maximums, das sie bei ihrer aktuellen Temperatur aufnehmen kann. 100 % heißt: randvoll, mehr geht nicht, es beginnt zu kondensieren. Wichtig ist das „relativ“: Warme Luft kann viel mehr Wasser halten als kalte, weshalb dieselbe Wassermenge bei Kälte eine hohe und bei Hitze eine niedrige Prozentzahl ergibt. ↑ nach oben
- Luftdruck
- Das Gewicht der Luftsäule über einem Ort. Hoher Druck („Hoch“) geht oft mit ruhigem, trockenem Wetter einher, fallender Druck kündigt häufig eine Wetteränderung mit Wolken und Regen an. Nicht der absolute Wert ist für Laien entscheidend, sondern die Tendenz: steigt er oder fällt er? ↑ nach oben
- Hektopascal (hPa)
- Die Einheit, in der der Luftdruck angegeben wird. 1 hPa entspricht dem früher gebräuchlichen Millibar — die Zahlen sind identisch. Der mittlere Luftdruck auf Meereshöhe beträgt 1013,25 hPa (Normdruck). Tiefs liegen typischerweise darunter, Hochs darüber. ↑ nach oben
Wind
- Windböe vs. mittlerer Wind
- Der mittlere Wind ist die über einige Minuten gemittelte Windgeschwindigkeit — der ruhige Grundwind. Eine Böe ist eine kurze, kräftige Spitze von wenigen Sekunden, die deutlich darüber liegt. Wetter- und Sturmwarnungen richten sich fast immer nach den Böen, denn die richten den Schaden an, nicht der Mittelwind.
- Deshalb kann eine Warnung „Böen bis 90 km/h“ gelten, obwohl der Mittelwind viel schwächer ist. Die Sturm-Seite erklärt die Warnstufen dazu. ↑ nach oben
- Beaufort-Skala
- Einheit: Bft
- Eine über 200 Jahre alte Skala, die die Windstärke in 13 Stufen von 0 bis 12 einteilt — von „windstill“ (0) bis „Orkan“ (12). Sie wurde ursprünglich an sichtbaren Wirkungen beschrieben (glatte See, wehende Blätter, umstürzende Bäume) und ist deshalb so anschaulich.
- Die Grenzen beziehen sich auf den mittleren Wind, nicht auf Böen. Orkan (Stufe 12) beginnt bei 118 km/h, das sind rund 32,7 m/s. ↑ nach oben
| Bft | Bezeichnung | Windgeschwindigkeit |
|---|---|---|
| 0 | Windstille | unter 1 km/h |
| 3 | schwache Brise | 12–19 km/h |
| 6 | starker Wind | 39–49 km/h |
| 8 | stürmischer Wind | 62–74 km/h |
| 9 | Sturm | 75–88 km/h |
| 10 | schwerer Sturm | 89–102 km/h |
| 11 | orkanartiger Sturm | 103–117 km/h |
| 12 | Orkan | ab 118 km/h |
Wolken, Gewitter und Großwetterlage
- Konvektion
- Das Aufsteigen warmer Luft. Warme, feuchte Luft am Boden ist leichter als die kühlere darüber und steigt auf — wie eine Blase in einem Topf mit kochendem Wasser. Beim Aufsteigen kühlt sie ab, der Wasserdampf kondensiert zu Wolken. „Hochreichende Konvektion“ ist der Fachname für ein Gewitter.
- Wie daraus ein Gewitter wird, zeigt die Gewitter-Seite im Schnittbild. ↑ nach oben
- CAPE
- Eine Kennzahl für das „Gewitter-Benzin“ in der Luft — kurz für die englische Bezeichnung Convective Available Potential Energy, also die für Konvektion verfügbare Energie. Viel CAPE bedeutet: Wenn ein Gewitter zustande kommt, kann es kräftig werden. Es ist aber nur ein Potential — die Luft muss erst in Gang kommen, sonst passiert trotz viel CAPE nichts.
- CAPE wird in Joule pro Kilogramm (J/kg) angegeben. Es gibt keine harte Schwelle für „Gewitter ja/nein“; hohe Werte zeigen nur ein größeres Möglichkeitsfenster an. ↑ nach oben
- Front (Warmfront / Kaltfront)
- Die Grenze zwischen zwei Luftmassen unterschiedlicher Temperatur. An einer Warmfront schiebt sich warme Luft über kalte — meist langer, gleichmäßiger Regen und langsam sinkende Wolken. An einer Kaltfront drängt kalte Luft unter die warme und hebt sie ruckartig an — oft kurze, heftige Schauer, Gewitter und ein Böen- und Temperatursturz dahinter. ↑ nach oben
- Isobare
- Eine Linie auf der Wetterkarte, die Orte mit gleichem Luftdruck verbindet — so wie Höhenlinien auf einer Wanderkarte gleiche Höhe verbinden. Liegen die Isobaren eng beieinander, ist das Druckgefälle steil und es weht kräftiger Wind; liegen sie weit auseinander, ist es windschwach. ↑ nach oben
- Wettercode (WMO)
- Eine international vereinbarte Zahlenliste, mit der der Wetterzustand knapp verschlüsselt wird — z. B. steht ein bestimmter Code für „heiter“, ein anderer für „leichter Regen“ oder „Gewitter“. WMO ist die Weltorganisation für Meteorologie, die diese Codes festgelegt hat. Programme übersetzen den Code dann in ein Symbol und einen Text.
- Die verbreiteten „WMO-Wettercodes“ (WW) reichen von 0 bis 99. Weil ein Code viele ähnliche Wetterlagen zusammenfasst, ist er immer eine Vereinfachung des tatsächlichen Himmels. ↑ nach oben
Niederschlag und Wasser
- Starkregen
- Viel Regen auf engem Raum in kurzer Zeit — die typische Gewitter-Begleitung, die Straßen und Keller volllaufen lässt. Gemessen wird er in Litern pro Quadratmeter (l/m²), was Millimetern Regenhöhe entspricht: 10 l/m² sind 10 mm.
- Amtliche DWD-Schwellen (Auswahl): markanter Starkregen ab 15–25 l/m² in 1 Stunde bzw. 20–35 l/m² in 6 Stunden; heftiger Starkregen (Unwetter) ab 25–40 l/m² in 1 Stunde; extrem heftig über 40 l/m² in 1 Stunde. Die vollständige Staffelung steht auf der Gewitter-Seite. ↑ nach oben
- Dauerregen
- Das Gegenstück zum Starkregen: nicht viel auf einmal, sondern anhaltender Regen über viele Stunden. Nicht die Heftigkeit einzelner Minuten ist das Problem, sondern die Summe — der Boden ist irgendwann gesättigt, und Flüsse steigen langsam, aber lange. Der DWD warnt vor Dauerregen anhand der Gesamtmenge über längere Zeiträume (etwa 12, 24 oder 48 Stunden).
- Die genauen Mengenschwellen für Dauerregen stehen in den DWD-Warnkriterien (siehe Quellen). Wie daraus Hochwasser wird, zeigt die Hochwasser-Seite. ↑ nach oben
- Pegel und Abfluss
- Der Pegel ist der gemessene Wasserstand eines Flusses an einer festen Messstelle — in Zentimetern über einem festgelegten Nullpunkt. Der Abfluss ist die Wassermenge, die dort pro Sekunde vorbeifließt (in Kubikmetern pro Sekunde, m³/s). Ein Pegel ist eine echte Messung an genau diesem Fluss, kein Modellwert — deshalb steht er auf dieser Seite neben der gerechneten Hochwasserzahl.
- Die Pegeldaten kommen von PEGELONLINE der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und werden im 15-Minuten-Takt aktualisiert. ↑ nach oben
Kenntage für Hitze und Kälte
Feste Begriffe des DWD, mit denen Klima und Wetter beschrieben werden. Alle Schwellen beziehen sich auf die Lufttemperatur in 2 Metern Höhe.
- Sommertag
- Ein Tag, an dem die Höchsttemperatur mindestens 25 °C erreicht. Die amtliche Definition des DWD: Tageshöchstwert Tmax ≥ 25 °C. ↑ nach oben
- Heißer Tag
- auch: Tropentag
- Ein Tag, an dem die Höchsttemperatur mindestens 30 °C erreicht. Amtliche DWD-Definition: Tmax ≥ 30 °C. (Steigt sie sogar auf mindestens 35 °C, spricht der DWD von einem Wüstentag.)
- Mehr zu Hitze und Gesundheit auf der Hitze-Seite. ↑ nach oben
- Tropennacht
- Eine Nacht, in der es nicht richtig abkühlt: Die tiefste Temperatur bleibt bei mindestens 20 °C. Amtliche DWD-Definition: Tmin ≥ 20 °C. Tropennächte sind für die Gesundheit relevant, weil der Körper die nächtliche Erholung von der Hitze verpasst. ↑ nach oben
Atmosphäre, Klima und Werkzeuge
Begriffe der Seiten, die am 01.10.2026 dazugekommen sind — vom Treibhauseffekt bis zur Gradtagzahl.
- Treibhauseffekt
- Die Erwärmung der Erdoberfläche dadurch, dass Wasserdampf, CO₂, Methan und andere Gase sowie Wolken die Wärmestrahlung der Erde aufnehmen und selbst Wärmestrahlung abgeben, auch zum Boden hin. Ohne ihn läge die Erde im Mittel bei etwa −18 °C statt bei rund +15 °C. Mehr auf der Seite Treibhauseffekt. ↑ nach oben
- Albedo
- Der Anteil des Sonnenlichts, den eine Fläche oder die ganze Erde zurückwirft. Für die Erde insgesamt etwa 0,3: Knapp ein Drittel des Sonnenlichts geht über Wolken, Eis und helle Flächen gleich wieder ins All. Strahlungsbilanz und Albedo. ↑ nach oben
- Klimasensitivität (ECS / TCR)
- Wie stark sich die Erde im globalen Mittel bei doppeltem CO₂ erwärmt. Im Gleichgewicht (ECS) nach dem Weltklimarat wahrscheinlich 2,5 bis 4 °C, bester Schätzwert 3 °C; zum Zeitpunkt der Verdopplung (TCR) wahrscheinlich 1,4 bis 2,2 °C. Als Band zum Ausprobieren. ↑ nach oben
- Strahlungsantrieb
- Wie stark eine Änderung, etwa mehr CO₂ oder mehr Aerosole, die Energiebilanz der Erde verschiebt, angegeben in Watt je Quadratmeter. Eine CO₂-Verdopplung bringt nach dem sechsten IPCC-Bericht rund 3,9 W/m². Mehr zum Treibhauseffekt. ↑ nach oben
- ppm
- Parts per million, Teile pro Million. 427 ppm CO₂ heißt: Von einer Million Molekülen trockener Luft sind 427 CO₂, also 0,0427 %. Um 1750 waren es rund 278 ppm. Stand und Herkunft der Werte. ↑ nach oben
- Ozonloch
- Gebiet, in dem die Ozonsäule unter 220 Dobson-Einheiten fällt — ein Wert, der über der Antarktis vor 1979 nicht beobachtet wurde. Es entsteht jedes Jahr im Frühling der Südhalbkugel über der Antarktis, wenn Chlor aus FCKW an polaren Stratosphärenwolken aktiviert wird und die zurückkehrende Sonne den Abbau startet. Mehr auf Ozonschicht & Ozonloch. ↑ nach oben
- Dobson-Einheit (DU)
- Maß für die Ozonmenge über einem Ort: 1 DU entspricht einer Schicht von 0,01 mm, wenn man alles Ozon der Luftsäule bei 0 °C und Normaldruck am Boden zusammenschieben würde. Im weltweiten Mittel sind es etwa 300 DU, also rund drei Millimeter (Ozonschicht & Ozonloch). ↑ nach oben
- FCKW
- Fluorchlorkohlenwasserstoffe, früher in Kühlschränken, Spraydosen und Schaumstoffen. Sie sind so langlebig, dass sie bis in die Stratosphäre gelangen und dort Chlor freisetzen, das Ozon zerstört; zugleich sind sie starke Treibhausgase. Seit dem Montreal-Protokoll sind sie weltweit fast vollständig aus dem Verkehr gezogen (Ozonschicht & Ozonloch). ↑ nach oben
- Montreal-Protokoll
- Internationaler Vertrag von 1987 zum Schutz der Ozonschicht, in Kraft seit 1989 und von allen Staaten ratifiziert. Laut UN-Umweltprogramm sind damit rund 99 % der ozonzerstörenden Stoffe aus dem Verkehr gezogen; die Kigali-Änderung von 2016 regelt zusätzlich die klimaschädlichen Ersatzstoffe HFKW (Ozonschicht & Ozonloch). ↑ nach oben
- Wolkenimpfen (Cloud Seeding)
- Das gezielte Einbringen von Teilchen in eine Wolke, meist Silberjodid, das ab etwa −5 °C als Eiskeim wirkt. Es kann nur Wasser freisetzen, das schon in der Wolke steckt. Belegt ist ein kleiner Schnee-Effekt bei Winterwolken am Gebirge; ob Hagelflieger Hagelschäden verringern, ist nicht schlüssig belegt (Kann man das Wetter machen?). ↑ nach oben
- Unterkühlte Tröpfchen
- Wolkentröpfchen, die unter 0 °C flüssig bleiben, weil ihnen ein Kern zum Gefrieren fehlt; erst unter etwa −38 °C gefrieren sie von selbst. Sind Eiskristalle in der Nähe, wachsen diese auf Kosten der Tröpfchen, weil über Eis der Sättigungsdampfdruck niedriger ist — der Grundgedanke des Wolkenimpfens (Kann man das Wetter machen?). Fallen unterkühlte Tropfen als Regen, gefrieren sie am Boden zu Glatteis. ↑ nach oben
- Geoengineering (Climate Engineering)
- Absichtliche Eingriffe in das globale Klima, etwa CO₂ aus der Luft holen oder Sonnenlicht mit Schwefelteilchen in der Stratosphäre abschirmen. Anders als Wolkenimpfen zielt es nicht auf eine Wolke, sondern auf das Klima über Jahrzehnte; die Abschirmung ist bisher nirgends in klimawirksamem Maßstab eingesetzt und wird vom Umweltbundesamt abgelehnt (Kann man das Wetter machen?). ↑ nach oben
- Milanković-Zyklen
- Langsame, regelmäßige Änderungen der Erdbahn und der Erdachse: die Form der Bahn (rund 100.000 und gut 400.000 Jahre), die Neigung der Achse (rund 41.000 Jahre, zwischen etwa 22,1 und 24,5 Grad) und das Taumeln der Achse (rund 19.000 bis 23.000 Jahre). Sie verschieben vor allem, wann und wo wie viel Sonnenlicht ankommt, und geben den Eiszeiten den Takt. Mehr auf Klimageschichte. ↑ nach oben
- Eisbohrkern
- Ein Zylinder aus Inlandeis, der Schicht für Schicht Klimageschichte enthält. In seinen Luftbläschen ist Luft von damals eingeschlossen; die bisher ausgewerteten antarktischen Kerne reichen rund 800.000 Jahre zurück und zeigen CO₂-Werte zwischen etwa 180 und 280 ppm. Die Temperatur lässt sich daraus nur indirekt ablesen. Woher man das Klima der Vergangenheit kennt. ↑ nach oben
- Kleine Eiszeit
- Kühlere Jahrhunderte, grob vom 15. bis ins 19. Jahrhundert, mit vorrückenden Alpengletschern und strengen Wintern in Europa. Keine echte Eiszeit und nicht überall gleichzeitig: Die kältesten Jahrzehnte fielen je nach Region in verschiedene Jahrhunderte. Mehr auf Klimageschichte. ↑ nach oben
- Vulkanwinter
- Abkühlung nach einem großen Vulkanausbruch, weil Schwefelsäuretröpfchen in der Stratosphäre Sonnenlicht zurückwerfen; sie hält ein bis drei Jahre an. Bekannte Beispiele sind Tambora 1815 mit dem „Jahr ohne Sommer“ 1816 und Pinatubo 1991. Mehr auf Klimageschichte. ↑ nach oben
- Troposphäre
- Das unterste Stockwerk der Atmosphäre, in dem sich fast alles Wetter abspielt: Hier stecken rund drei Viertel der Luftmasse und fast der gesamte Wasserdampf. Nach oben wird es im Mittel um 0,65 K je 100 m kälter. Mehr auf Aufbau der Atmosphäre. ↑ nach oben
- Tropopause
- Die Obergrenze der Troposphäre, oberhalb der die Temperatur nicht mehr abnimmt. Sie liegt über den Polen bei etwa 8 km, über Deutschland je nach Wetterlage zwischen etwa 8 und 13 km, über den Tropen bei etwa 16 bis 17 km. Gewitterwolken breiten sich an ihr als Amboss aus, Jetstreams wehen in ihrer Nähe (Aufbau der Atmosphäre). ↑ nach oben
- Stratosphäre
- Das Stockwerk über der Tropopause bis etwa 50 km Höhe. Weil das Ozon dort UV-Strahlung schluckt, wird es nach oben wärmer; die Luft ist deshalb stabil geschichtet. Sehr trocken ist sie, weil die meiste Luft über die eiskalte Tropopause der Tropen hineinkommt und dort ihren Wasserdampf ausfriert. Hier liegen Ozonschicht und stratosphärischer Polarwirbel (Aufbau der Atmosphäre). ↑ nach oben
- Normatmosphäre (ICAO-Standardatmosphäre)
- Ein vereinbartes Rechenmodell der Atmosphäre: 15 °C und 1013,25 hPa auf Meereshöhe, Abkühlung um 0,65 K je 100 m bis 11 km. Sie ist ein Mittelwert für mittlere Breiten, kein Wetter eines bestimmten Tages; Flugzeug-Höhenmesser sind darauf geeicht (Aufbau der Atmosphäre). ↑ nach oben
- Leuchtende Nachtwolken
- Die höchsten Wolken der Erde, aus Eiskristallen in rund 80 bis 85 km Höhe. Man sieht sie nur im Sommer, etwa von Ende Mai bis Anfang August, tief über dem Nordhorizont, wenn es am Boden schon dunkel ist, sie aber noch von der Sonne beschienen werden (Aufbau der Atmosphäre). ↑ nach oben
- Synoptik
- Die Zusammenschau des Wetters vieler Orte zum selben Zeitpunkt, meist auf einer Karte. Für Vorhersagen nutzbar wurde sie erst mit dem Telegrafen im 19. Jahrhundert; vorher kamen Messwerte mit der Post, und erste Wetterkarten zeigten längst vergangenes Wetter. Wetterkarten und die festen Meldetermine der Stationen gehen auf diese Idee zurück. Mehr in der Geschichte der Wettervorhersage. ↑ nach oben
- Datenassimilation
- Der Rechenschritt, der aus vielen verstreuten Messungen den Anfangszustand eines Wettermodells macht: ein in sich stimmiges Bild der Atmosphäre auf dem Rechengitter, in dem Luftdruck und Wind zueinander passen. Wie wichtig das ist, zeigte schon Richardsons Handrechnung aus dem Ersten Weltkrieg, veröffentlicht 1922, die an unstimmigen Anfangsdaten scheiterte. Wie eine Vorhersage entsteht · Geschichte der Wettervorhersage. ↑ nach oben
- Seewind / Landwind
- Tagsüber vom Meer aufs Land wehender Wind (Seewind), nachts schwächer in umgekehrter Richtung (Landwind). Er entsteht, weil sich das Land an sonnigen Tagen schneller erwärmt und nachts schneller abkühlt als das Wasser, und setzt sich nur bei schwachem großräumigem Wind durch. Mehr bei Lokale Winde, mit Messwerten aus Warnemünde. ↑ nach oben
- Talwind / Bergwind
- Tagsüber talaufwärts wehender Wind (Talwind), nachts talabwärts (Bergwind). Antrieb ist, dass sich die Luft im Tal stärker erwärmt und abkühlt als über dem Vorland. Kleiner und schneller reagieren die Hangwinde direkt an den Hängen. Mehr bei Lokale Winde. ↑ nach oben
- Flurwind
- Sehr schwache, bodennahe Strömung aus dem kühleren Umland in eine wärmere Stadt, vor allem in klaren, windstillen Nächten; angetrieben von der städtischen Wärmeinsel. Oft kaum von Windstille zu unterscheiden und deshalb schwer zu messen. Mehr bei Lokale Winde. ↑ nach oben
- Clear-Air-Turbulenz (CAT)
- Turbulenz in wolkenloser Luft, meist in Reiseflughöhe am Rand des Jetstreams, wo sich der Wind mit der Höhe stark ändert. Man sieht sie nicht, und das Wetterradar erkennt sie nicht, weil es nur Niederschlag sieht; vorhergesagt wird sie nur als Wahrscheinlichkeit für ein Gebiet (Turbulenz im Flugzeug). ↑ nach oben
- Windscherung
- Änderung des Windes nach Stärke oder Richtung über eine kurze Strecke, meist mit der Höhe. Sie lässt Gewitter rotieren (Superzelle) und ist am Rand des Jetstreams die Hauptursache für Clear-Air-Turbulenz (Turbulenz im Flugzeug). ↑ nach oben
- Leewelle / Rotor
- Wellen, in denen stabil geschichtete Luft hinter einem Gebirge auf und ab schwingt, oft über mehrere Wellenberge. An den Wellenbergen können linsenförmige Wolken (Lenticularis) stillstehen; darunter kann sich eine stark turbulente Luftwalze bilden, der Rotor (Turbulenz im Flugzeug, Föhn). ↑ nach oben
- Vertikaler Temperaturgradient
- Um wie viel sich die Temperatur mit der Höhe ändert, meist in Kelvin je 100 m. Im Mittel nimmt sie um etwa 0,65 K je 100 m ab; an einem bestimmten Tag kann der Wert deutlich flacher oder steiler sein, bei einer Inversion sogar umgekehrt. Mehr bei Bergwetter, mit einer Live-Probe zwischen Garmisch und der Zugspitze. ↑ nach oben
- Inversion
- Eine Luftschicht, in der die Temperatur nach oben zunimmt statt abnimmt. Sie wirkt wie ein Deckel: Kaltluft, Nebel und Schadstoffe bleiben darunter liegen, darüber ist es oft milder und sonnig. Mehr bei Temperaturinversion; was sie für Wanderer bedeutet, steht bei Bergwetter. ↑ nach oben
- Nebelmeer
- Eine geschlossene Nebel- oder Hochnebeldecke in Tälern und Becken, auf die man von einem Berg hinunterschaut. Sie liegt an der Obergrenze kalter Luft unter einer Inversion; oberhalb scheint oft die Sonne. Mehr bei Bergwetter. ↑ nach oben
- Hebungskondensationsniveau (HKN)
- Die Höhe, in der aufsteigende Luft so weit abgekühlt ist, dass ihr Wasserdampf kondensiert — dort beginnt die Wolke. Für Quellwolken an sonnigen Nachmittagen grob 125 m je Grad Abstand zwischen Temperatur und Taupunkt am Boden. Zum Wolkenbasis-Rechner. ↑ nach oben
- Gradtagzahl (G20/15)
- Maß dafür, wie viel Heizwärme das Wetter verlangt hat: Für jeden Tag mit einem Tagesmittel unter 15 °C (Heiztag) wird der Abstand zu 20 °C Raumtemperatur gezählt und über den Zeitraum aufsummiert, in Kelvintagen (Kd). So definiert sie die Richtlinie VDI 3807; die EU-Statistik (Eurostat) rechnet mit 18 °C Bezug. Nicht zu verwechseln mit den Heizgradtagen G15, die nur den Abstand zur Heizgrenze von 15 °C zählen. Nachrechnen für deinen Ort im Heizgradtage-Rechner. ↑ nach oben
- Heizgrenze / Heiztag
- Die Außentemperatur, unterhalb der ein Haus geheizt werden muss, weil Sonne, Menschen und Geräte nicht mehr genug Wärme liefern. Bei der Gradtagzahl G20/15 liegt sie bei 15 °C Tagesmittel; jeder kältere Tag ist ein Heiztag. Gut gedämmte Häuser kommen mit einer tieferen Grenze aus. Mehr im Heizgradtage-Rechner. ↑ nach oben
- Kalibrierung
- Eine Vorhersage ist kalibriert, wenn sie so oft stimmt, wie sie verspricht: Von allen 80-%-Spannen enthalten rund 80 % den später gemessenen Wert, an Tagen mit 30 % Regenwahrscheinlichkeit regnet es an rund drei von zehn. Zu enge Spannen treffen seltener als versprochen, zu breite fast immer — und sagen dann wenig. Prüfen lässt sich das nur über viele Fälle, nie an einem einzelnen Tag. Nachgezählt für die Modellspanne; selbst ausprobieren im Spannen-Quiz. ↑ nach oben
- Luftdruckreduktion (Druck auf Meereshöhe)
- Die Umrechnung des an einer Station gemessenen Luftdrucks auf Meereshöhe, damit Stationen verschiedener Höhe vergleichbar werden. Sie muss sich die Luftsäule zwischen Station und Meeresspiegel ausdenken; der DWD rechnet dabei mit der Temperatur, die Normatmosphäre ohne. Der Druck auf Wetterkarten ist deshalb gerechnet, nicht gemessen. Zum Luftdruck-Rechner. ↑ nach oben
- QNH
- Der Luftdruckwert, auf den man in der Luftfahrt den Höhenmesser einstellt, damit er am Boden die Höhe über dem Meer anzeigt. Er wird mit der Normatmosphäre aus dem Stationsdruck gerechnet, ohne die aktuelle Temperatur, und weicht deshalb vom Druck auf der Wetterkarte ab, im Mittelgebirge um einige Hektopascal. Zum Luftdruck-Rechner. ↑ nach oben
- Ertragsbeiwert
- Der Anteil des Regens, der von einer Dachfläche tatsächlich abfließt und sich sammeln lässt; der Rest bleibt als Film auf dem Dach und verdunstet oder wird von Kies und Begrünung zurückgehalten. Richtwerte, die Planungshilfen der früheren Norm DIN 1989-1 zuschreiben (2022 zurückgezogen und durch DIN 1989-100 mit DIN EN 16941-1 ersetzt; ob die Nachfolger dieselben Werte nennen, ist ungeprüft): etwa 0,8 für ein Ziegeldach, 0,6 für ein Kiesdach, 0,3 für ein dickes Gründach — Mittelwerte über viele Regenfälle, kein fester Wert für jeden Schauer. Nachrechnen im Regentonnen-Rechner. ↑ nach oben
Sicht, Sonne und Umwelt
- Kp-Index
- Ein Maß dafür, wie stark das Magnetfeld der Erde gestört ist, von 0 (ruhig) bis 9 (extremer Sturm), alle drei Stunden neu ermittelt. Für Polarlicht in Deutschland braucht es grob Werte ab 6 im Norden und ab 8 im ganzen Land.
- Polarlicht und Weltraumwetter. ↑ nach oben
- Sichtweite
- Wie weit man bei den aktuellen Bedingungen horizontal noch klar sehen kann — angegeben in Metern oder Kilometern. Nebel, Dunst, starker Regen oder Schneefall senken die Sichtweite. Von Nebel spricht man definitionsgemäß, wenn die Sichtweite unter 1 Kilometer sinkt; darüber heißt es Dunst.
- Warum Nebel schlecht vorhersagbar ist, steht auf der Nebel-Seite. ↑ nach oben
- UV-Index
- Ein Maß für die Stärke der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung — je höher, desto schneller drohen Hautschäden. Die Skala beginnt bei 0 und ist nach oben offen; in Deutschland werden im Sommer etwa Werte bis 8–9 erreicht, in den Hochgebirgen und Tropen auch darüber.
- WHO-Kategorien: 1–2 niedrig, 3–5 mittel, 6–7 hoch, 8–10 sehr hoch, ab 11 extrem. Ab Stufe 3 (mittel) empfiehlt die WHO Sonnenschutz. Mehr auf der Hitze-Seite. ↑ nach oben
- Luftqualität / AQI
- Ein AQI (Air Quality Index, Luftqualitätsindex) fasst mehrere Schadstoffe in einer einzigen, farbcodierten Kennzahl zusammen — von „gut“ bis „sehr schlecht“. Er wird aus Messwerten für Feinstaub, Ozon, Stickstoffdioxid und weitere Stoffe gebildet; der jeweils schlechteste bestimmt die Gesamtstufe.
- Es gibt verschiedene AQI-Systeme (etwa den europäischen und den US-amerikanischen) mit unterschiedlichen Stufen und Grenzwerten — dieselbe Luft kann je nach System eine andere Indexzahl bekommen. Deshalb zählt immer, welcher Index gemeint ist. ↑ nach oben
- Feinstaub (PM2,5 / PM10)
- Winzige, in der Luft schwebende Teilchen. Die Zahl gibt die Größe an: PM10 sind Teilchen bis 10 Mikrometer Durchmesser (ein Hundertstel Millimeter), PM2,5 die noch feineren bis 2,5 Mikrometer. „PM“ steht für particulate matter. Je kleiner die Teilchen, desto tiefer dringen sie in die Atemwege ein — PM2,5 gilt daher als besonders gesundheitsrelevant.
- Gemessen wird die Konzentration in Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³). Grenz- und Richtwerte (EU-Recht, WHO-Leitlinien) unterscheiden sich; die WHO-Leitwerte von 2021 sind deutlich strenger als die geltenden EU-Grenzwerte. ↑ nach oben
- Ozon
- Ein Gas aus drei Sauerstoffatomen (O&sub3;). In großer Höhe schirmt die Ozonschicht UV-Strahlung ab — bodennahes Ozon dagegen ist ein Schadstoff. Es entsteht bei Sonnenschein aus Abgasen und reizt bei hoher Konzentration Augen und Atemwege. Deshalb sind die Ozonwerte an heißen, sonnigen Sommernachmittagen am höchsten.
- EU-Schwellen (1-Stunden-Mittel): Informationsschwelle bei 180 µg/m³, Alarmschwelle bei 240 µg/m³. Ab der Informationsschwelle sollten empfindliche Menschen anstrengende Aktivitäten im Freien meiden. ↑ nach oben
Warnungen des DWD
- DWD-Warnstufen (1 bis 4)
- Der Deutsche Wetterdienst warnt in vier aufeinander aufbauenden Stufen, jede mit einer eigenen Farbe. Nicht jedes Wetterereignis hat alle vier Stufen — beim Gewitter etwa gibt es sie vollständig, bei anderen Elementen nur einen Teil.
- Stufe 1 · gelb — Wetterwarnung: Wetter mit möglichen Gefahren, Vorsicht geboten.
- Stufe 2 · ocker — markante Wetterwarnung: gefährliches Wetter, erhöhte Aufmerksamkeit.
- Stufe 3 · rot — Unwetterwarnung: gefährliches Unwetter, Aktivitäten möglichst verschieben.
- Stufe 4 · violett — Warnung vor extremem Unwetter: großflächig gefährlich, selten.
- Die Stufe steigt nicht durch „mehr vom Gleichen“, sondern über feste Schwellen der jeweiligen Begleiterscheinung (Windgeschwindigkeit, Regenmenge …). Die echten Schwellen am Beispiel Gewitter stehen auf der Gewitter-Seite. Was bei welcher Stufe zu tun ist, steht unter Warnungen verstehen. ↑ nach oben
- Vorabinformation Unwetter
- Ein Hinweis des DWD, dass ein Unwetter wahrscheinlich wird, bevor Ort und Zeit genau genug für eine Warnung feststehen. Keine Warnung, sondern die Aufforderung, auf dem Laufenden zu bleiben.
- Vorabinformation, Warnung, Entwarnung — der Ablauf. ↑ nach oben
- Cell Broadcast
- Eine Warnnachricht, die Behörden über die Mobilfunknetze an alle Handys in einer Funkzelle schicken — ohne App und ohne Anmeldung. Gedacht für schwere Gefahrenlagen, nicht für jede gelbe Wetterwarnung.
- Alle Warnkanäle im Vergleich. ↑ nach oben
Quellen für die amtlichen Schwellen
Die Warn- und Mengenschwellen (Windgeschwindigkeiten, Regenmengen, Warnfarben und Stufennamen) stammen aus den amtlichen Warnkriterien des Deutschen Wetterdienstes: dwd.de › Warnkriterien.
Die Temperatur-Kenntage (Sommertag Tmax ≥ 25 °C, Heißer Tag Tmax ≥ 30 °C, Wüstentag Tmax ≥ 35 °C, Tropennacht Tmin ≥ 20 °C) sowie die Nebel-Grenze (Sichtweite unter 1 km) folgen den Definitionen im DWD-Wetterlexikon. Die Beaufort-Skala (0–12, Orkan ab 118 km/h) ist international standardisiert. Die UV-Index-Kategorien folgen der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Ozon-Schwellen (Information 180 µg/m³, Alarm 240 µg/m³, 1-Stunden-Mittel) stammen aus der EU-Luftqualitätsrichtlinie (2008/50/EG). Woher die Live-Daten dieser Seite kommen, steht unter Methodik & Quellen.